POLITIK
15/09/2018 13:49 CEST | Aktualisiert 15/09/2018 16:01 CEST

Parteitag: CSU redet sich Mut zu – doch nicht alle machen mit

Auf den Punkt.

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Der CSU steht in Bayern das Wasser bis zum Hals.

Zumindest in den Umfragen – und in vier Wochen wird bei der Landtagswahl abgerechnet.

► Die neuen Leitlinien: Hoffen auf das Wunder und “Jetzt erst recht”.

► Diese Stimmung versuchten die Parteivorderen, zumindest auf dem Parteitag in München zu verbreiten. Doch die Gute-Laune-Fassade bröckelte an einigen Stellen. 

Der CSU-Parteitag in München – auf den Punkt gebracht.

Miserable Ausgangslage für die CSU

In dem am Mittwoch veröffentlichten “Bayerntrend” des Bayerischen Rundfunks war die CSU auf nur noch 35 Prozent abgesackt.

► Mit CSU, Grünen, SPD, Freien Wählern, AfD, FDP und Linke wären dieser Umfrage zufolge in Zukunft sieben Parteien im Landtag vertreten, die CSU würde ihre absolute Mehrheit sehr klar verlieren.

Auch in zwei weiteren Umfragen kam die CSU zuletzt nur auf 35,8 und 36 Prozent.

CSU-Chef Seehofer: “Mit Jammern hat man noch nie einen Erfolg eingefahren”

► “Wir brauchen jetzt in den nächsten vier Wochen Zuversicht statt Ängstlichkeit, Geschlossenheit statt Nörgelei, Einsatz statt Gemütlichkeit”, sagte CSU-Chef Seehofer.

► “Mit Abwarten, Jammern, Besserwissen hat man noch nie einen Erfolg eingefahren.” Mit gelebter Geschlossenheit und einem riesigen Einsatz allerdings werde die CSU bei der Wahl am 14. Oktober stark abschneiden.

Trotz der schlechten Umfragewerte sieht er seine Partei nicht unter Druck. “Aus meiner Sicht stehen wir ganz passabel zum Beginn des Wahlkampfes da, und wir werden in den nächsten vier Wochen alles in die Waagschale werfen, damit wir gut abschneiden.»

► Im Wahlkampf müsse die Partei nun zusammenstehen “und nicht nörgeln”.

Er forderte die Delegierten auf: “Schwärmt aus, sagt nichts anderes als wir gesagt haben, rüttelt die Bevölkerung auf mit einem “Steht auf, wenn ihr für Bayern seit”.”

CSU-Ministerpräsident Söder: “Umfragen sind Chancen auf Weckruf”

► Nach Ansicht Söders könnten die historisch schlechten Umfragewerte der CSU von 35 Prozent gar zu einer Trendumkehr im Wahlkampf führen.

“Die Umfragen waren nicht schön, aber sie bieten die Chance auf einen Weckruf”, sagte der CSU-Spitzenkandidat für die Landtagswahl noch vor Beginn des Parteitags.

► Er glaube schon, dass manch einer der CSU einen Schubser oder einen kleinen Denkzettel geben wolle.

“Aber so viel Denkzettel, dass die ganze Wahl dazu führt, dass dieses Bayern ein ganz anderes wird als vorher, das, glaube ich, wollen die Leute nicht.”

Söder betonte, dass es bei der Wahl um Bayerns Sonderstellung in Deutschland gehe.“Nicht nur um die CSU, sondern um ganz Bayern und die Rolle und Stärke, die Bayern in ganz Deutschland spielt.”

Doch nicht alle ziehen mit

Die Partei hat sich offensichtlich noch nicht von dem Machtkampf zwischen Söder und Seehofer erholt.

Aus diesem ging Anfang des Jahres Söder als Spitzenkandidat für die Landtagswahl hervor. Der Machtkampf drohte, die Partei zu spalten. 

Während Seehofer redete, schaute Söder oft auf sein Handy. Den lautesten Applaus gab es deswegen auch weder für Seehofer noch Söder. 

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Beobachter zeigten sich gar überrascht, dass sich die Delegierten mit ihrem Applaus für den CSU-Chef zurückhielten. 

Den lautesten und enthusiastischsten Applaus gab es für die beiden Ehrenvorsitzenden der CSU, Edmund Stoiber und Theo Waigel. Zwei Figuren, die für eine erfolgreichere Zeit der Partei stehen.

Sie betonten, dass die CSU noch alle Chancen habe, mit einem “Lastminute-Wahlkampf” das Blatt zu wenden. Die negativen Prognosen müssten dafür sorgen, dass es eine “Jetzt-erst-recht”-Stimmung gebe.

► Da tobte die Halle.