POLITIK
23/04/2018 07:00 CEST

Hunderttausende Flüchtlinge: CSU-Minister Müller warnt vor anhaltender Krise

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Adam Berry via Getty Images
Gerd Müller und CDU-Kollege Jens Spahn.

► Bundesentwicklungsminister Gerd Müller warnt in der “Welt” davor, die Flüchtlingskrise als beendet zu betrachten.

► Müller sagte: “Allein in Libyen warten einige Hunderttausende auf eine Überfahrt nach Europa. Für diese Menschen müssen wir Lebensperspektiven in Afrika schaffen.”

► Der CSU-Politiker fordert für seinen Etat in diesem Jahr eine Milliarde Euro zusätzlich. Damit will er Krisenländer unterstützen, die Hilfe für Afrika ausbauen und dazu beitragen, Flüchtlingen in ihren Heimatregionen eine Perspektive zu geben.

Darum ist die Ansage des Ministers wichtig:

Die Zahl der Asylbewerber in Deutschland sind seit Monaten rückläufig. Der Koalitionsvertrag von Union und SPD sieht zudem vor, dass künftig ein Korridor von 180.000 bis 220.000 Flüchtlingen pro Jahr nicht überschritten werden soll.

Doch das Problem hat sich vor allem verlagert. Allein in Nordafrika warten schätzungsweise rund 500.000 Menschen auf eine Überfahrt nach Europa.

Mehr zum Thema: Die Obergrenze löst keine Probleme – weil Europa nicht auf die nächste Krise vorbereitet ist 

Was ihr noch über Müllers Interview wissen müsst:

Müller erklärte die zusätzliche Million höre sich zwar viel an, sei aber “ein Bruchteil dessen, was wir für Flüchtlinge in Deutschland einsetzen müssen”. 

Für eine Million Flüchtlinge würden Bund, Länder und Kommunen im Jahr derzeit rund 25 Milliarden Euro zahlen. Müller will sicherstellen, dass deutsche Steuergelder nicht versickern: “Mein Ansatz ist: kein Euro in korrupte Kanäle.”

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