POLITIK
24/11/2018 07:35 CET | Aktualisiert 24/11/2018 10:13 CET

CSU: Mangelnde Posten für Frauen sorgen für heftigen Streit

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NurPhoto via Getty Images
Fühlt sich hintergangen: Ilse Aigner (Archivbild). 

► Rund einen Monat nach der bayerischen Landtagswahl ist in der CSU ein heftiger Streit über die Vergabe von Führungsposten an Frauen in der Landtagsfraktion entbrannt.

► Nachdem bei fraktionsinternen Wahlen nur einer von 14 Sprecherposten mit einer Frau besetzt wurde, macht die bayerische Landtagspräsidentin Ilse Aigner CSU-Fraktionschef Thomas Kreuzer schwere Vorwürfe.

► Dass nur eine Frau zum Zug gekommen sei, sei ein Ärgernis, betont Aigner im Gespräch mit der “Augsburger Allgemeinen” vom Samstag. “Es wäre seine Aufgabe (Kreuzers, Anm.) als Fraktionschef gewesen, hier Führung zu zeigen, zu argumentieren und zu koordinieren”, sagte die CSU-Politikerin.

► “Das Ergebnis ist ein Ungleichgewicht zwischen Männern und Frauen sowie zwischen Oberbayern und den anderen Regierungsbezirken”, sagt Aigner weiter. 

Was ihr zum Hintergrund des CSU-Streits wissen müsst: 

Bei der Landtagswahl im Oktober sind nur 55 Frauen in das bayerische Parlament eingezogen, das entspricht einem Anteil von 26,8 Prozent der Abgeordneten. Ein Umstand, der mehrfach für Kritik sorgte. 

Bei der Wahl der Sprecherposten setzt sich dieses Muster fort. Dabei hatte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) noch versprochen, seine Partei werde sich “jünger und weiblicher” präsentieren.

Landtagspräsidentin Aigner ist Vorsitzende der mächtigen CSU-Oberbayern und fühlt sich bei der internen Wahl der Fraktionsspitze offenbar doppelt hintergangen. Sie hält auch ihren Kreisverband für nicht ausreichend vertreten bei den Führungsposten in der Fraktion. 

Der aus ihrem Bezirksverband stammende bisherige Umweltminister und frühere Staatskanzleichef Marcel Huber ging bei der Neuaufstellung der Fraktionsführung leer aus.

Was Aigner weiter an der CSU-Fraktion kritisierte: 

Huber sei auf Drängen des CSU-Fraktionschefs Kreuzer nicht angetreten, mit dem Versprechen, einer der vier Stellvertreter-Posten in der Fraktion und mehrere Leitungsposten in den Arbeitskreisen würden an Frauen gehen. 

“Dann aber kam nur eine Frau zum Zug”, sagt Aigner dazu. “Das ist das Ärgernis – für Huber, für die Frauen und für Oberbayern. Unser Angebot wurde einfach niedergeschmettert.”

(ame)