POLITIK
15/08/2018 21:22 CEST | Aktualisiert 16/08/2018 11:21 CEST

CSU-Vize Bär twittert Beschwerde an die Bahn – und zieht Spott auf sich

"Böse Zungen behaupten ja ..."

CHRISTOF STACHE via Getty Images
Staatsministerin für Digitalisierung: Dorothee Bär. Hier bei einer Treffen ihrer Partei, der CSU.
  • CSU-Staatsministerin Dorothee Bär hat am Mittwoch über den Service der Deutschen Bahn geschimpft.
  • Doch die meisten Internetnutzer hatten kein Mitleid mit ihr – und verwiesen auf die Verantwortung ihrer eigenen Partei.

Wohl jeder, der ab und zu mit dem Zug durch Deutschland fährt, kennt die Probleme: zu spät, zu unorganisiert, technisch unausgereift. All das ist mittlerweile zum Bahnfahrt-Klischee geworden.

Auch CSU-Politikerin Dorothee Bär, Staatsministerin für Digitalisierung im Kabinett von Kanzlerin Angela Merkel, machte am Mittwochnachmittag eine schlechte Erfahrung mit der Deutschen Bahn.

Offenbar im Gang sitzend griff sie zum Handy und twitterte: 

“Wenn der Platz, den Du reserviert hast (mal wieder!) nicht da ist, weil (erneut!) der zweite Zugteil fehlt, dann nervt das langsam... Und die Klima(-Anlage) ist natürlich auch ausgefallen...” 

Viel Mitleid bekam Bär allerdings nicht in ihrer misslichen Lage. Im Gegenteil, die meisten Nutzer meinen: Jeder dürfte sich über die Probleme bei der Deutschen Bahn beschweren – nur eben nicht Bär. Denn sie selbst sei für die Misere zumindest mitschuldig. 

Die Nutzer nennen dafür triftige und nachvollziehbare Gründe:

1. Die Bahn ist zu 100 Prozent ein bundeseigenes Unternehmen 

“Ich habe ja gehört, der Bund hat einen nicht ganz kleinen Einfluss auf die Deutsche Bahn. Vielleicht ließe sich da ja was machen...”, schreibt ein Nutzer sarkastisch. 

2. Die CSU stellt den Verkehrsminister – seit fast 10 Jahren 

Bär ist Vizechefin der CSU. Und die Christsozialen stellen mit Andreas Scheuer aktuell auch den Verkehrsminister – so wie schon seit 2009 mit Peter Ramsauer (2009 bis 2013), Alexander Dobrindt (2013 bi 2017) und Christian Schmidt (kommissarisch 2017/18).

3. Bär selbst war Staatssekretärin im Verkehrsministerium  

Doch nicht nur das: Unter Dobrindt und Schmidt war Bär selbst im Verkehrsministerium tätig. Sie war dort von Dezember 2013 bis März 2018 Parlamentarische Staatssekretärin.

Wer den Schaden hat, ...

“Es gibt noch viel im aktuellen Verkehr zu verbessern, bevor über Flugtaxis nachgedacht werden sollte”, schreibt folglich ein Nutzer – und spielte damit auf eine umstrittene Äußerung Bärs an.

In einem ZDF-Interview hatte die CSU-Politikerin Anfang März betont, dass man sich auch mit anderen Themen als nur dem Ausbau des Breitbandinternets beschäftigen sollte. Ihre Frage “Kann ich in Deutschland mit einem Flugtaxi durch die Gegend kommen?” hatte damals für reichlich Belustigung gesorgt.

Wie heißt es so schön: Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen.

(ll)