POLITIK
12/01/2018 23:03 CET | Aktualisiert 13/01/2018 10:51 CET

CSU-Mann Dobrindt verärgerte bei Sondierungen selbst Parteifreunde

"Das Übel hat einen Namen", soll ein hochrangiger Politiker über Dobrindt gesagt haben.

  • Alexander Dobrindt gab sich bei den GroKo-Sondierungen als harter Verhandler
  • Damit hat er laut einem Medienbericht sogar Unionspolitiker zur Weißglut getrieben

Wer glaubt, gegen EU-Recht eine PKW-Maut durchdrücken zu können, wer bar geschichtlicher Sensibilität eine “konservative Revolution” anzetteln will – der glaubt vielleicht auch, Kompromisslosigkeit sei in Sondierungsverhandlungen die angemessene Taktik.

So zumindest ließe sich das angeblich bratzige Verhalten von CSU-Politiker Alexander Dobrindt während der GroKo-Gespräche erklären. 

Laut der “Bild”-Zeitung hat Dobrindt während der Verhandlungen erklärt, die Themen Steuern und Zuwanderung seien für die CSU nicht verhandelbar – und sei damit angeblich selbst Unionspolitikern auf die Nerven gegangen. 

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“Das Übel hat einen Namen”

Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) soll der “Bild”-Zeitung zufolge um zwei Uhr nachts genug von Dobrindts Wichtigtuerei gehabt haben. Er soll gesagt haben: “Das Übel hat einen Namen: Alexander Dobrindt.” 

Ein Unterhändler der SPD soll zur “Bild” zu diesem internen Zwist gesagt haben: “Völlig unklar, wer in der Union das Sagen hat – Kanzlerin Merkel und CSU-Chef Seehofer jedenfalls nicht.”

Wahrscheinlich war es dann doch Dobrindt. Denn der setzte seine Vorstellungen durch: eine harte Asylpolitik und ein Ausbleiben von Steuererhöhungen. 

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(sk)