POLITIK
24/07/2018 07:36 CEST | Aktualisiert 01/08/2018 13:42 CEST

Claudia Roth zu Özil-Debatte: "In so einem Land will ich nicht leben"

"In einem solchen Land will ich nicht leben."

  • Claudia Roth verteidigt Özil gegen Vorwürfe, er würde es sich in einer Opferrolle bequem machen.
  • Es gebe ein massives Problem mit Rassismus in Deutschland, sagt die Grünen-Politikerin.
  • Im Video oben seht ihr, was Claudia Roth zur Özil-Debatte zu sagen hatte. 

Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth (Grüne) hat in der Debatte um den Rücktritt Mesut Özils aus der Fußball-Nationalmannschaft klar Stellung bezogen.

Zu den Vorwürfen gegen Özil, er wolle sich hinter Rassismus-Vorwürfen verstecken, sagte Roth im Deutschlandfunk: “Das ist doch Rassismus!”

Die AfD etwa suggeriere, dass die Nationalmannschaft mit “richtigen Deutschen” besser bei der Weltmeisterschaft abgeschnitten hätte, spreche sarkastisch nur noch von “der Mannschaft” statt der “Nationalmannschaft”.

“Wenn Boateng nicht der gute Nachbar sein soll, sondern Gauland, wenn Staatsminister nach Anatolien ‘entsorgt’ werden sollen (...), dann haben wir ein massives Problem in diesem Land”, kritisierte Roth.

NurPhoto via Getty Images
Claudia Roth: "Das ist Rassismus!"

“Es ist schade, was in diesem Land passiert”

Sie sagte: “Ich bin ein richtiger Fußballfan und finde richtig schade, was in diesem Land passiert. (...) Ich will nicht in einem Land leben, in dem eine Partei oder eine Zeitung morgens sagt, wer dazugehört und wer nicht.”

Özils Foto mit Recep Tayyip Erdogan sei unbestritten falsch gewesen. “Bescheuert”, sagte Roth. Aber kein Ausdruck, ob Özil gut integriert sei oder nicht. 

Dem DFB warf die Grünen-Politikerin vor, eine “denkbar grobe und unglückliche Rolle” in der Debatte gespielt zu haben. Der schwedische Verband etwa habe sich hinter einen rassistisch angefeindeten Spieler (Jimmy Durmaz, d. Red.) gestellt. “Die haben klar gesagt: Fuck Racism!”, so Roth.

Das habe der DFB im Fall Özil nicht getan. Auch von aktiven und ehemaligen Führungsspielern sei zu wenig gekommen – etwa von Kapitän Manuel Neuer oder seinem Vorgänger Phillip Lahm.

(jg)