POLITIK
03/08/2018 20:31 CEST

Clan-Mitglied: Wer nicht respektvoll mit uns umgeht, spürt die Folgen

Gewalt sei allerdings “das letzte Mittel“

  • Sie stellen ihre Ehre, Stolz und Solidarität über die Gesetze in Deutschland – arabische Familienclans
  • Eine ARD-Reportage gibt nun einen Einblick in die Parallelwelt.

Kriminelle Clans beschäftigen mehr denn je Polizei und Politik. Sicherheitsbehörden wollen “Clankriminalität” klarer definieren und genauer von anderen Bereichen der organisierten Kriminalität abgrenzen, wie etwa der Mafia.

Eine ARD-Reportage gab nun einen Einblick in die Parallelwelt. Reporter haben mit einem Clan-Mitglied aus Berlin-Neukölln gesprochen. Khaled Miri gehört dem libanesischen Miri-Clan an. Allein in Bremen sollen 30 Familien diesem Verbund angehören und damit mehr als 2500 Menschen.

Im Gespräch mit den Reportern erzählt Miri viel vom Zusammenhalt in der Familie. Er gibt aber auch zu, dass Gewalt eine Rolle spielt. Gewalt sei allerdings “das letzte Mittel“.

“Menschen haben gewissen Respekt vor uns”

“Die Menschen haben gewissen Respekt vor uns“, sagt er in der Sendung “Kontraste“. “Die wissen, sie können nicht mit uns umgehen, wie sie wollen. Sie wissen, wenn sie mit uns respektlos umgehen, wird das Konsequenzen haben – ernsthafte Konsequenzen.”

Als es um das Geschäftsmodell der Clans geht, sagt Khaled Miri: “Wir wollen auch den Reichtum haben, den andere Menschen haben.” Erst vor Kurzem war den Berliner Behörden ein Schlag gegen einen arabischstämmigen Clan gelungen. Der Verdacht: Geldwäsche. 77 Immobilien im Gesamtwert von rund 9,3 Millionen Euro beschlagnahmten die Behörden.

(sk)