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04/07/2018 11:20 CEST | Aktualisiert 04/07/2018 11:30 CEST

Cindy aus Marzahn: Hartz-IV-Empfänger werden "wie Aussätzige" behandelt

"Es ist alles andere als einfach, sich in einer solchen Situation nicht gehen zu lassen."

Sascha Steinbach via Getty Images
Komikerin Ilka Bessin hat selbst mehrere Jahre von Hartz IV gelebt.
  • Die als Cindy aus Marzahn bekannt gewordene Komikerin Ilka Bessin kehrt mit einer neuen RTL-Doku über Hartz-IV-Familien ins Fernsehen zurück.
  • Bessin spricht auch über die Erfahrungen, die sie machen musste, als sie selbst Hartz-IV-Empfängerin war.

Ilka Bessin wurde als Cindy aus Marzahn in ganz Deutschland bekannt. Die 46-Jährige lebte selbst einmal von Hartz-IV – und entwickelte daraus die Bühnenfigur Cindy, eine klischeebehaftete Sozialhilfeempfängerin, die ihr zum Durchbruch als Komikerin verhalf. 

Nach mehreren Auftritten bei “Wetten Dass...?” verkündete Bessin vor zwei Jahren, dass sie aufhören wolle, weiter Cindy aus Marzahn zu spielen. Danach erschien sie nur noch selten im TV.

Nach Cindy aus Marzahn: Comeback mit Hartz-IV-Sendung

Nun startet Bessin mit einer neuen Sendung ihr Comeback – und bleibt ihrem Thema treu, wenn auch auf ernste Weise. Ab Ende Juli begleitet sie in der RTL-Doku “Zahltag! Ein Koffer voller Chancen” Hartz-IV-Familien.

Zusammen mit dem Neuköllner Ex-Bürgermeister Heinz Buschkowsky und Start-up-Experte Felix Thönnessen will sie Hartz-IV-Familien die Möglichkeit geben, ihr Leben mit einer Geldspritze von rund 25.000 Euro neu zu ordnen.

Für Bessin ist das soziale Abseits eine der schlimmsten Begleiterscheinungen von Sozialleistungen. “Ich habe selber jahrelang Hartz-IV bezogen und weiß daher aus eigener Erfahrung, mit welchen Herausforderungen und Gefühlen sich Menschen in dieser Situation auseinandersetzen müssen”, sagte Bessin der “Bild”-Zeitung vom Mittwoch.

Mehr zum Thema: Alltag eines Hartz-IV-Empfängers: Essen, schlafen, sterben

Bessin: Hartz-IV-Empfänger “wie Aussätzige” behandelt

Am meisten wehgetan habe ihr damals das respektlose Verhalten von Mitmenschen, die Hartz-IV-Empfänger “wie Aussätzige” behandelten, erklärte die Komikerin.

Es sei alles andere als einfach, sich in einer solchen Situation nicht gehen zu lassen, betonte Bessin.

Sie sagte: “Mein damaliger Alltag war am Anfang geprägt von Bewerbungen schreiben und nach Jobmöglichkeiten Ausschau halten. Je länger ich dabei erfolglos geblieben bin, desto mehr habe ich resigniert und mich zurückgezogen.” Zwischenzeitlich habe sie deshalb nur im Bett gelegen und Fernsehen geschaut.

(nmi)