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09/11/2018 08:32 CET | Aktualisiert 09/11/2018 08:33 CET

China: Neuer Sprecher taucht im TV auf – etwas an ihm ist unheimlich

“Ich werde unermüdlich daran arbeiten, Sie auf dem Laufenden zu halten!"

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Chinas staatlich geführte Xinhua Nachrichtenagentur präsentierte am Mittwoch  einen neuen Nachrichtensprecher. Und aus gutem Grund dürften ihn viele gruselig finden: Der Sprecher ist ein virtueller Mensch, der mit einer Künstlichen Intelligenz ausgestattet ist. 

Auf der Tech-Expo der World Internet Conference der Regierung wurde das neue Fernsehgesicht zum ersten Mal der Öffentlichkeit gezeigt.

Technisch ist der Sprecher beeindruckend – und trotzdem beobachten Kritiker das Projekt mit Sorge.

Der KI-Nachrichtensprecher ist ein rein virtuelles Sprachrohr in einem Land mit strengen Kontrollen der Pressefreiheit und sein erster Bericht diese Woche, eine ausschließlich positive Berichterstattung über Chinas Fachmesse, fühlte sich dystopisch an.

“Ich werde unermüdlich daran arbeiten, Sie auf dem Laufenden zu halten, da Texte ununterbrochen in mein System eingegeben werden”, sagte der KI-Moderator in seinem Debütvideo auf der Konferenz.

Kleinere Fehler sollen wohl noch verschwinden

Die Bewegungen des virtuellen Sprechers wurden denen eines realen Xinhua-Hosts namens Zhang Zhao nachempfunden.

Aber wie bei den meisten Versuchen der computergenerierten Menschheit ist der virtuelle Sprecher sowohl beeindruckend realistisch als auch beunruhigend seelenlos.

► Seine begrenzte Bewegungsfreiheit und sein Ausdruck wiederholen sich nach kurzer Zeit, während sein grauer Anzug und sein perfekt gekämmtes Haar noch steifer wirken als bei den meisten menschlichen Fernsehsprechern.

► Die Stimme des KI-Sprechers ist auch unverkennbar roboterhaft, er spricht Wörter wie “Panama” leicht falsch aus und die Pausen zwischen den Wörtern wirken unnatürlich – ähnlich wie bei den Nachrichten von virtuellen Sprachassistenten wie Alexa oder dem GPS eines Autos.

Doch: Mit der Zeit soll der Nachrichtensprecher offenbar weiter verbessert werden. “Als KI-Nachrichtensprecher in der Entwicklung weiß ich, dass es für mich viel zu verbessern gibt. Ich danke Ihnen”, betonte der Sprecher.

Am Donnerstag ging er zum ersten Mal auf Sendung.

Was die langfristigen Pläne für den KI-Sprecher sind oder was er für die Mitarbeiter der Nachrichtenagentur bedeutet, kommentierte die Agentur auf Anfrage der HuffPost US bislang nicht.

Der Artikel erschien zuerst in der HuffPost US und wurde aus dem Englischen übersetzt und leicht angepasst.

(vw)