LIFESTYLE
02/03/2018 13:36 CET | Aktualisiert 03/03/2018 18:00 CET

Sie verschlang im Mutterleib ihren Zwilling: Chimäre zeigt die Folgen

Jahrelang wusste die US-Amerikanerin nicht, warum ihre Haut so aussieht.

  • Taylor Muhl leidet an einer seltenen genetischen Erkrankung
  • Im Mutterleib verschmolz sie mit dem Fötus ihres Zwillings – auf ihrer Haut ist das noch immer sichtbar
  • Im Video oben erfahrt ihr mehr über Taylor Muhl

Die Amerikanerin Taylor Muhl hat eine seltene genetische Eigenheit: Sie ist eine sogenannte Chimäre.

Auf ihrem Blog schreibt Muhl, die als Model und Sängerin arbeitet, darüber: “Ich bin ein zweieiiger Zwilling. Ich verschmolz im Mutterleib mit meinem Geschwisterchen und trage seinen genetischen Aufbau in meinem eigenen Körper weiter.”

Die Folgen sind noch immer zu sehen: Die linke Seite ihres Körpers ist rötlicher als die andere.

Alles auf dieser Seite sei leicht größer, schreibt Muhl. Auf der linken Seite in ihrem Mund habe sie zudem einen Zahn zu viel. Hinzu kämen viele Allergien zu bestimmten Nahrungsmitteln oder Insektenstichen.

In ihrem Blog berichtet die junge Amerikanerin offen von ihrer ungewöhnlichen Geschichte. Auch verschiedenen US-Medien gab sie zuletzt Interviews – um die seltene genetische Eigenheit bekannter zu machen.

Ein Arzt stellte schließlich Diagnose 

Wie viele Menschen ebenfalls Chimären sind, ist nicht bekannt. Auch Muhl, berichtet sie, habe lange Zeit nicht gewusst, warum ihr Körper diese Auffälligkeit aufweist. 

Erst ein Arzt klärte sie über ihre biologische Beschaffenheit auf. “Ich habe mich erleichtert gefühlt”, sagt Muhl dem “People”-Magazin über diesen Moment kürzlich. “Zum ersten Mal spürte ich Freiheit, weil ich zum ersten Mal in meinem Leben wusste, warum man Bauch so aussieht, wie er aussieht.”

Alle Ärzte zuvor hätten sie damit beschwichtigt, sie hätte ein größeres Muttermal am Bauch.

Der Arzt habe ihr erklärt, sie habe zwei Immunsysteme und zwei Kreisläufe. Die fremden Zellen würden dabei immer noch vom Körper abgestoßen werden. 

Muhl fühlt sich frei

Ihr Mutter sei traurig gewesen, als Muhls Arzt die Diagnose stellte. “Wow, ich hätte zwei Babys haben können”, habe sie gesagt. 

Muhl kennt laut eigenen Aussagen seit mehreren Jahren die Diagnose, öffentlich machte sie sie allerdings erst vor rund einem Jahr. 

“Das war wahrscheinlich das befreiendste Jahr meines Lebens”, sagt Muhl zum “People”-Magazin. “Ich muss mich nicht mehr verstecken und es fühlt sich großartig an.”

(jg)