POLITIK
07/09/2018 06:31 CEST | Aktualisiert 07/09/2018 06:32 CEST

Chemnitz: Verfassungsschutz-Chef sieht keine Belege für Hetzjagd

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dpa
Hans-Georg Maaßen. 

► Der Präsident des Bundesamts für Verfassungsschutz, Hans-Georg Maaßen, bezweifelt, dass es während der Demonstrationen in Chemnitz zu Hetzjagden auf Migranten gekommen ist.  

► “Es liegen dem Verfassungsschutz keine belastbaren Informationen darüber vor, dass solche Hetzjagden stattgefunden haben”, sagte Maaßen der “Bild”-Zeitung. 

► Über ein im Internet kursierendes Video zu Chemnitz sagte er, es gebe keine Belege, dass die Aufnahme authentisch sei.

► Weiter sagte Maaßen: “Nach meiner vorsichtigen Bewertung sprechen gute Gründe dafür, dass es sich um eine gezielte Falschinformation handelt, um möglicherweise die Öffentlichkeit von dem Mord in Chemnitz abzulenken.”

Was ihr über die Hetzjagden wissen müsst: 

Nach dem gewaltsamen Tod des 35-jährigen Daniel H. hatten sich rechte Hooligans in Chemnitz versammelt, um zu demonstrieren. Dabei ist es zu Übergriffen auf Polizisten und Umstehende gekommen. In der Folge war in den Medien von “Hetzjagden” auf Migranten die Rede.

Auf Twitter kursierte unter anderem dieses Video. Es soll gewaltbereite Hooligans in Chemnitz zeigen, die einen Menschen jagen. 

Die Chemnitzer Lokalzeitung “Freie Presse” hatte vergangene Woche mitgeteilt: Der Begriff “Hetzjagd” treffe auf die Vorfälle in der Stadt nicht zu. Denn Menschen seien ihren Informationen nach nicht über einen längeren Zeitraum verfolgt worden. Höchstens der Begriff “Jagdszene” sei gerechtfertigt. 

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer bestritt in seiner Regierungserklärung am Mittwoch, dass es einen Mob oder eine Hetzjagd in Chemnitz gegeben habe.