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27/08/2018 16:06 CEST | Aktualisiert 27/08/2018 18:11 CEST

"Chemnitz ist mehr als eine Horde prügelnder Ausländerfeinde"

Der 17-jährige Leon Köhler engagiert sich in Chemnitz bei den Jungen Liberalen. Mit Sorge blickt er auf die Ausschreitungen in seiner Stadt.

Im Video oben seht ihr, wie die Lage nach mehreren Ausschreitungenin Chemnitz eskaliert ist. 

Die Nachwirkungen des schrecklichen Verbrechens in der Stadtfestnacht haben etwas ans Tageslicht gebracht, was wir bereits seit Längerem in unserer Region und in ganz Sachsen beobachten können.

Es gibt Menschen, die nicht nur kein Vertrauen in den Rechtsstaat haben, sondern seine Institutionen gezielt bekämpfen und behindern. Dies zeigte sich an den Auseinandersetzungen mit Polizistinnen und Polizisten am gestrigen Tag.

Wir als Junge Liberale Chemnitz verurteilen die Hetzjagden auf Ausländer in unserer Stadt.

Leon Kohler

Es kann nicht sein, dass rechte Gruppierungen rechtsstaatliche Verhältnisse derart aushebeln. Die Kampagnen der AfD und Pro Chemnitz sowie weiterer Gruppierungen zeugen von einem besorgniserregend destruktiven Verhältnis zu unserer Demokratie, der Strafverfolgung und unseren Sicherheitsbehörden.

Die Polizei muss konsequent handeln

In diesem Zusammenhang fordern wir ein konsequentes Vorgehen der Polizei gegen die Straftäter des gestrigen Tages und eine lückenlose Aufklärung der Geschehnisse.

Gruppierungen, die Jagd auf Personen mit Migrationshintergrund machen und dabei diese ungehindert bedrohen und körperlich attackieren, müssen mit allen rechtsstaatlichen Mitteln gestellt und gestoppt werden.

Die Überforderung der Sicherheitskräfte bei den Demonstrationen am gestrigen Tag bestärkt uns in unserer Position, dass Sachsen mehr Polizeibeamte braucht, nachdem die sächsische Polizei über Jahre hinweg kaputtgespart wurde.

Hierbei entpuppen sich Vorstöße der Union nach mehr Videoüberwachung oder Handgranaten für Polizisten als gefährliche und lösungsferne Symbolpolitik.

Um auch in Zukunft solche rechtsstaatsgefährdenden Zustände in Sachsen zu vermeiden, fordern wir eine Offensive der Landesregierung in Sachen Transparenz.

Chemnitz ist mehr als eine Horde prügelnder Ausländerfeinde

Verschwörungstheoretikern und den Verbreitern von Fake News muss Einhalt geboten werden. Hier helfen keine Dementis, sondern Fakten. Für uns als Jugendorganisation steht weiterhin fest, dass Sachsens Angebot im Bereich der politischen Bildung dringend einer Verbesserung benötigt.

Es ist für uns essenziell, dass in den Bildungseinrichtungen unserer Stadt junge Demokratinnen und Demokraten erzogen werden.

Chemnitz ist mehr als eine Horde prügelnder Ausländerfeinde.

Wir waren stets Tor zum Erzgebirge, doch vor allem auch Tor in die Welt. Wir wünschen uns, dass unsere Stadt wieder als der kulturelle, soziale und wirtschaftliche Brennpunkt  erscheint, der er mehrheitlich ist.