POLITIK
08/10/2018 16:47 CEST

Charlotte Knobloch warnt vor der Vereinigung "Juden in der AfD"

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Andreas Schlichter via Getty Images
Charlotte Knobloch: Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland von 2006 bis 2010 und und seit 1985 Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern.

► Die ehemalige Präsidentin des Zentralrats der Juden, Charlotte Knobloch, hat vor der neu gegründeten Vereinigung “Juden in der AfD” gewarnt. Diese  

► Die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern sagte in Interview mit Phoenix: “Die AfD unternimmt etwas, um sich als judenfreundlich darzustellen, was sie nicht ist.” Wenn man sich das Wahlprogramm der AfD in Bayern anschaue, “heißt es: Juden raus aus Deutschland”, betonte Knobloch

 ► Die aktuelle Situation erinnere sie an die Zeit vor der Machtergreifung Hitlers und an den Süden der USA, “als dort die Country Clubs Dunkelhäutige aufgenommen haben, um verfassungsgerecht zu sein”.

Darum ist die Kritik der Ex-Zentralrat-der-Juden-Präsidentin wichtig:

Die “Juden in der AfD” haben sich am Sonntag gegründet. Die Gruppe habe 24 Mitglieder, sagte der erste stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Vereinigung, Wolfgang Fuhl, in Wiesbaden.

Die ersten Gespräche zu der neuen innerparteilichen Organisation hätten sich zwischen jüdischen AfD-Mitgliedern vor etwa eineinhalb Jahren ergeben.

Bereits vor der Gründung hatten sich hatten zahlreiche jüdische Organisationen vor der Partei gewarnt. In einer gemeinsamen Erklärung, die sie am Donnerstag veröffentlichten, heißt es:

Die AfD ist eine Partei, in der Judenhass und die Relativierung bis zur Leugnung der Schoa ein Zuhause haben. Die AfD ist antidemokratisch, menschenverachtend und in weiten Teilen rechtsradikal.”

Zu den 17 Organisationen und Verbänden, die sich der Erklärung angeschlossen haben, gehören der Zentralrat der Juden in Deutschland, der Bund traditioneller Juden, der Sportverein Makkabi und die Allgemeine Rabbinerkonferenz.

Mit Material von dpa.