POLITIK
15/06/2018 12:37 CEST | Aktualisiert 15/06/2018 17:43 CEST

Chaos nach Satirebericht: Medien verkünden Aus der Unionsgemeinschaft

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Michaela Rehle / Reuters

► Das Satiremagazin “Titanic” hat sich offenbar einen Scherz mit den Medien erlaubt.

► Der “Titantic”-Redakteur Moritz Hürtgen gestaltete auf Twitter seinen Account um – und “verkleidete” sich als Ausgabe des Hessischen Rundfunks. Er verkündete dann, dass der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier in einer internen Mail angekündigt ahbe, dass Innenminister Horst Seehofer (CSU) die Union aufspalten werde

► Angela Merkel werde dies um 15 Uhr auf einer Pressekonferenz verkünden.

Medien fallen auf falschen Bericht herein

Tatsächlich fielen schnell viele Medien auf den Scherz herein.

Zunächst verschickten die Nachrichtenagentur Reuters und der TV-Sender ntv eine Eilmeldung. Diese wurde auch von der “Bild”-Zeitung, “Focus Online” und dem Nachrichtenportal “T-online” aufgegriffen.

Später korrigierten sich die Medien: “Focus Online” verschickte eine Korrektur-Eilmeldung, die “Bild” schickte eine Eilmeldung dazu, dass die “Titanic” einen Scherz verbreitet habe. 

Eilmeldungen sorgen für Irritationen im Bundestag

Auch im Bundestag brach nach der Satire-Meldung Chaos aus.

Die AfD-Abgeordnete Beatrix von Storch unterbrach die Rede des SPD-Politikers Helge Lindh mit einer Zwischenfrage. 

“Ich weiß ja, dass Ihre Zwischenfragen immer Teil einer Inszenierung sind ...”, sagte Lindh. Zunächst musste er einen Moment warten. 

Dann legte von Storch los:

“Herr Kollege, die ‘Bild’-Zeitung vermeldet gerade, dass Horst Seehofer die Fraktionsgemeinschaft aufgekündigt hat. Hat das irgendwelche Einflüsse auf das, was Sie gerade gesagt hatten?”

Screenshot

Im Parlament war da Johlen zu vernehmen. Lindh, der gerade zum Familiennachzug sprach, blockte aber ab. 

“Frau von Storch, wir beschäftigen uns jetzt nicht mit der Meldung, sondern mit der Frage des Familiennachzugs”, sagte er. Dann setzte er seine Rede zum eigentlichen Debattenthema fort. 

Angesichts der Quelle der “Bild”-Meldung eine gute Idee. 

(ll)