POLITIK
08/12/2018 08:25 CET

CDU-Vorsitz: Was jetzt die schwerste Aufgabe für Kramp-Karrenbauer ist

HuffPost-These.

Florian Gaertner via Getty Images
Die neue CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer muss den Zusammenhalt in ihrer Partei wieder stärken. 

So einen Krimi haben die Christdemokraten noch nie erlebt – und er wird tiefe Spuren hinterlassen. 

In Hamburg wählten die CDU-Delegierten Annegret Kramp-Karrenbauer mit einer knappen Mehrheit zu ihrer Parteichefin. Und während AKK feierte, liefen bei jenen die Telefone mit wütenden SMS und Anrufen heiß, die sich für ihren Gegner stark machten: Friedrich Merz. 

Der stand für eine konservative Wende, auf die hier viele nach 18 langen Jahren mit Angela Merkel an der Spitze hofften. Stattdessen kommt nun ein Aufbruch ohne Bruch, ein Modernisierungskurs, erneut mit einer Frau an der Spitze.

AKK-Kritiker wollen “Finger in die Wunden legen”

Die Enttäuschung im Merz-Lager ist deswegen groß.

“Wir brauchen keine Mediation, sondern jemanden, der klar führt. Die Menschen wollen jemanden haben, der klar weiß, wo es hingeht”, sagt ein Anhänger.

Gehe Merz als Verlierer aus dem Parteitag hervor, wird es viele wohl nicht mehr in der CDU halten, heißt es.

“Ich habe so auf Merz gehofft”, sagt eine andere Delegierte zu später Stunde auf dem Hamburger Abend des Parteitags. AKK müsse jetzt zeigen, dass sie es ernst meint – damit, die Partei neu aufzustellen. 

Und AKK werde sich an ihren Versprechen messen lassen müssen, sagt die Hamburger JU-Chefin Antonia Haufler der “Welt”.

Und legt nach:

“Ab jetzt wird es unsere Aufgabe als Junge Union sein, noch lauter und noch unbequemer zu werden, den Finger noch mehr in die Wunden der CDU zu legen.”

Kramp-Karrenbauers erste Pflicht: Brücken bauen

Fakt ist: Der Partei stehen unruhige Zeiten bevor. All jene, die auf Merz hofften, werden nun entweder die Partei verlassen, schweigen – oder ihre Ansprüche umso lauter anmelden, damit diese nicht untergehen.

Zwar will Kramp-Karrenbauer keinen Bruch sehen. “Ich kann keinen Riss erkennen”, sagte sie am Freitagabend in der ZDF-Sendung “Was nun?”. Auch ihre Konkurrenten Friedrich Merz und Jens Spahn hätten auf dem Parteitag in Hamburg erklärt, der Zusammenhalt sei ihr größtes Ziel.

AKK muss es gelingen, Brücken zu bauen – selbst wenn ein Teil der Merz-Anhänger sich verweigerten, sagen ihre Unterstützer. CDU-Wähler lieben bekanntermaßen keinen Streit der Parteispitze. 

Das ist sicher ein Problem für AKK – aber kein unlösbares. Die Mehrheit der Delegierten gaben ihr auch deswegen ihre Stimme, weil ihr genau das zugetraut wird: Brücken bauen