POLITIK
03/12/2018 06:43 CET | Aktualisiert 03/12/2018 07:20 CET

Merkel-Abgang: CDU-Urgestein Blüm warnt vor Zeit nach der Kanzlerin

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LUDOVIC MARIN via Getty Images
Bundeskanzlerin Angela Merkel auf dem G20-Gipfel in Buenos Aires.

► CDU-Urgestein Norbert Blüm bedauert angesichts der weltweit schwierigen politischen Lage den Rückzug von Bundeskanzlerin Angela Merkel als CDU-Parteivorsitzende und das bevorstehende Ende ihrer Kanzlerschaft.

► In einem Interview mit der “Augsburger Allgemeinen” sagte er: 

“In einer Zeit, in der wir es mit einer Welt wild gewordener Männer zu tun haben, in der ein Kraftmeier Amerika regiert, ein Revolverheld Brasilien, in Italien die Großmannssucht ausbricht, in der Putin, Erdogan oder Orban die Demokratie aushöhlen, werden wir uns die leise und besonnene Art dieser Frau zurückwünschen.“

► Der ehemalige Arbeitsminister fürchte sich vor einer neuen politischen Instabilität in Europa und sagte der Zeitung mit Blick auf Merkel: “Ich fürchte, erst später werden wir begreifen, was wir verloren haben.”

Das hat Norbert Blüm noch über Merkel gesagt:

Hinsichtlich des am Donnerstag beginnenden CDU-Parteitages, auf dem sich entscheiden wird, wer den Parteivorsitz nach Merkel übernehmen wird, warnte Blüm vor einer instabilen CDU:

“Was wir jedenfalls nicht gebrauchen können, wären zwei Kanzler – einer im Amt auf Abruf und einer im Wartestand auf dem Sprung.“

Dies könnte auch Konsequenzen für Europa bedeuten, warnte Blüm und machte nochmals deutlich: “Manche haben vielleicht noch nicht gemerkt, dass die Hütte brennt.“ 

► Eine unklare Situation mit einer CDU-Doppelspitze in Partei- und Regierungsführung kann laut Blüm die europäische Politik weiter destabilisieren:

“Der Nationalismus greift wie eine Epidemie in Europa um sich und da wird es nicht gut gehen, wenn zwei Feuerwehr-Kommandanten gleichzeitig unterschiedliche Kommandos geben.”

Norbert Blüm wirbt für Annegret Kramp-Karrenbauer:

Im Rennen um den Parteivorsitz warb Blüm erneut für CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer:

“Sie hat den gepolsterten Sessel einer Ministerpräsidentin gegen den harten Stuhl der Generalsekretärin eingetauscht, das zeigt: Sie will dem Land und der Partei dienen.“

Blüm kritisierte erneut ihren Gegenkandidaten Friedrich Merz. Ihm gefalle es nicht, dass er “Aufsichtsrat eines Finanzmonstrums war, das mit Billionen die Politik an der Nase herumführt“, sagte Blüm.