POLITIK
03/08/2018 19:09 CEST

CDU- und SPD-Politiker erwägen neue Wehrpflicht für Männer und Frauen

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Michaela Rehle / Reuters

► In der CDU gibt es Überlegungen, die Wehrpflicht oder eine allgemeine Dienstpflicht einzuführen. Das berichtet die “Frankfurter Allgemeine Zeitung” vom Samstag. Auch die SPD sei offen für eine Diskussion darüber.

► Unter anderem schlagen Abgeordnete vor, Männer und Frauen ab 18 Jahren für einen einjährigen Dienst heranzuziehen, entweder in der Bundeswehr, beim Technischen Hilfswerk oder in der Pflege.

► Im Gespräch ist auch eine vernünftige Bezahlung.

Wie konkret die Pläne sind:
CDU- und SPD-Politiker erwägen neue Wehrpflicht für Männer und

Die Zeitung nennt mehrere CDU-Bundestagsabgeordnete mit Namen, die sich eine Dienstpflicht in Erwägung ziehen, darunter Patrick Sensburg (NRW), den Vorsitzenden des Reservistenverband der Bundeswehr Oswin Veith (Hessen), und Philipp Amthor (Mecklenburg-Vorpommern).

Für die SPD sprach die Zeitung mit Fritz Felgentreu, Obmann der SPD-Fraktion im Verteidigungsausschuss.

Dem Bericht nach will CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer, dass die CDU auf dem Parteitag im Herbst darüber diskutiert. Die CDU arbeitet an einem neuen Grundsatzprogramm. Die Politikerin lasse offen, ob sie einen Pflichtdienst oder einen freiwilligen Dienst wünsche, der Anreize für Absolventen etwa im Studium bietet.

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hatte vor zwei Jahren gesagt, eine Rückkehr zum Wehrdienst würde Deutschland nichts bringen.

Was ihr noch wissen müsst:
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Der Wehrdienst wurde 2011 ausgesetzt. Seither ist die Zahl der neue Soldaten stark gesunken. Zuletzt brach jeder Vierte den Dienst noch während der Probezeit ab.

Wer einen sozialen Dienst übernehmen will, kann das im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes. Derzeit nehmen daran knapp 40.000 Menschen teil. Zum Zivildienst waren 2010 noch knapp 79.000 Menschen einberufen worden.

Eine neue Dienstpflicht könnte also helfen, sowohl Engpässe in der Bundeswehr als auch in der Pflege zu lindern.