POLITIK
26/02/2018 12:39 CET | Aktualisiert 26/02/2018 17:57 CET

CDU-Parteitag: Merkel nennt 3 Gründe für die Wahlschlappe

Es war das zweitschlechteste Ergebnis der CDU.

DPA
  • Kanzlerin Angela Merkel hat auf dem CDU-Parteitag angekündigt, Lehren aus dem schlechten Bundestagswahlergebnis zu ziehen

  • Ihre Analyse kommt nicht ohne eine Spitze gegen die SPD aus

Es war das zweitschlechteste Ergebnis der CDU bei einer Bundestagswahl – und lange hatte die Parteichefin damit gewartet, die Niederlage der Partei öffentlich zu erklären.

Nun, fast ein halbes Jahr später, hat Merkel die Analyse nachgeholt. “Wir haben uns intensiv mit den Faktoren beschäftigt”, sagt Merkel auf dem Parteitag in Berlin.

Das Wahlergebnis entspreche nicht den Ansprüchen der CDU, obwohl man stärkste Kraft geworden sei.

Merkel: “Wir waren alle enttäuscht”

“Wir alle haben gekämpft und wir alle waren enttäuscht”, sagte Merkel.

Die Parteichefin erklärte das Ergebnis mit drei Ursachen:

► Ein “Unbehagen gegenüber der Funktionsfähigkeit staatlicher Institutionen”, das auch durch die “riesige Aufgabe” der Flüchtlingskrise entstanden sei.

► Ein Unbehagen angesichts neuer technologischer Möglichkeiten. Man wisse noch nicht, wie die Digitalisierung die Gesellschaft verändern werde.

► Ein Unbehagen mit Blick auf die Zustände in der Welt und Europa, Stichworte Globalisierung und Konflikte.

Als Folge daraus kündigte Merkel eine programmatische Erneuerung der CDU an.

Merkel: “Die Verluste spornen uns an”

“Die Verluste spornen uns an, die richtigen Antworten auf Sorgen und Unzufriedenheiten zu geben”, sagte sie.

Man werde aber einen Regierungsauftrag nicht einfach vor die Füße der Wähler werfen, nur weil man sich ein besseres Ergebnis gewünscht habe.

Vergifteter Gruß an die SPD

Der Parteitag soll auch erste Schritte für die programmatische Arbeit einleiten.

Später schickt sie noch einen Gruß an die Sozialdemokraten, ohne diese zu erwähnen.

“Wir wären nicht die CDU, wenn wir uns ins Jammertal und in Selbstfindungskurse zurückziehen.”

Die SPD ist nach der Bundestagswahl in einer Umfrage sogar hinter die AfD zurückgefallen und hat einen chaotischen Personalwechsel an der Parteispitze hinter sich. 

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