WIRTSCHAFT
09/10/2018 13:17 CEST | Aktualisiert 09/10/2018 16:34 CEST

C&A bietet Pullover in Nazi-Optik an und erhält dafür einen Shitstorm

Die Modekette äußerte sich zu den Vorwürfen.

  • Vergangenen Freitag ist im Onlineshop der Modekette C&A ein Pullover ganz besonders aufgefallen. 
  • Auf einem schwarzen Oberteil waren Symbole aufgedruckt, die Zeichen aus der Nazi-Szene sehr ähnlich sehen. 

Es ist ein Oberteil für Kinder. Schwarz. Darauf gedruckt – die Aufschrift “Division” in schwarzer altdeutscher Schrift. Darunter ist ein Schriftzug in Weiß, weiter darunter einer in roter Farbe.

Kommt einem doch bekannt vor, oder? Ja, denn die Farben ergeben zusammen die Reichsflagge aus der nationalsozialistischen Zeit. Auch der Name “Division” ist in der rechten Szene bekannt. 

Die Modekette C&A bot den Pullover bis vergangenen Freitag noch im deutschen Onlineshop an.

Dann wurde ein Kunde auf die Symbole aufmerksam und postete das Bild des Oberteils zusammen mit einem Bild aus der rechtsextremen Szene auf Twitter.

C&A-Pullover mit Nazi-Symbolik

Dazu schrieb er: “Hallo @ca_europe. Könnt Ihr uns vielleicht erklären, wieso ihr euch für Kinderbekleidung von einem Neonazi Label inspirieren lassen habt? Ist das Zufall oder Kalkül?”

Der Schriftzug “Division” ist unter Rechtsextremen sehr beliebt. Es gibt eine Nazi-Band mit dem Namen “Division Germania”, die rechtsextreme Jugendorganisation “Division Franken” sowie die Webseite “Druck18”, auf der man sich sein eigenes Division-Shirt bestellen kann. 

In vielen deutschen Städten gibt es Gruppierungen, die den Namen Division benutzen. Ein häufiges Merkmal dabei ist die Reichsflagge und Shirt-Aufdrucke in altdeutscher Schrift. Bei C&A sollten das offenbar auch Kinder tragen.

Das sagt die Modekette zu den Vorwürfen

Die Ähnlichkeit zur Nazi-Symbolik ist Mitarbeitern der Modekette offensichtlich nicht aufgefallen. Da sich mehrere Kunden auf Twitter über das Oberteil und die fehlende Sorgfalt des Unternehmens beschwerten, blieb C&A nichts anderes übrig, als den Fehler einzugestehen.

Der Konzern schrieb:

“C&A steht in keiner Beziehung zu dieser Gruppe. Die Ähnlichkeit des Schriftzugs war uns nicht bewusst und keinesfalls beabsichtigt. C&A positioniert sich klar gegen Rassismus. Wir werden den Pullover umgehend aus unserem Sortiment nehmen. Bitte entschuldige diesen Fehler.”

Es ist nicht neu, dass große Modeketten solch fragwürdige Motive aufdrucken. Erst Anfang dieses Jahres gab es einen Aufschrei bei H&M, da in einer Werbekampagne ein schwarzer Junge zu sehen war, der einen Pullover mit dem Aufdruck “Coolest Monkey in the Jungle” (zu Deutsch: “Coolster Affe im Dschungel”) trug.

Mehr zum Thema: Nach Rassismus-Eklat: H&M-Filialen in Südafrika werden von Vandalen verwüstet

Im Jahr 2014 erging es der spanischen Modemarke Zara ähnlich, als Kinder-Oberteile in Optik der Häftlingskleidung von Gefangenen aus Konzentrationslagern im Onlineshop angeboten wurden. 

Nach einer Anfrage der “taz” informiere das Unternehmen derzeit die Filialen über den Vorfall. “Wir nehmen diesen Vorfall zum Anlass, unsere Design-, Schulungs- und Freigabeprozesse nochmal zu überprüfen”, sagte Sprecher des Konzerns.

(nmi)