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17/11/2018 15:56 CET

Bußgeld für Obdachlose: Dortmund bestraft Menschen, die auf Straßen schlafen

Im schlimmsten Fall droht Obdachlosen eine Gefängnisstrafe.

vladans via Getty Images
Wer in Dortmund im Freien übernachtet, muss Strafe zahlen. (Symbolbild)
  • Die Stadt Dortmund sanktioniert Obdachlose.
  • Wer die Geldstrafen nicht begleichen kann, dem droht ein Gefängnisaufenthalt. 

Die Stadt Dortmund hat eine Maßnahme gefunden, um gegen Obdachlose vorzugehen: Das Ordnungsamt verteilt Knöllchen an Menschen, die an öffentlichen Plätzen im Freien übernachten. 20 Euro kostet das illegale Lagern und Campieren – das berichtet der WDR

20 Euro, das klingt nicht nach viel Geld. Für einen Obdachlosen jedoch ist diese Summe nicht so einfach zu stellen. Schlimmer noch: Unter Umständen bleibt es nicht bei den 20 Euro Verwarnungsgeld.

Denn wer die Summe nicht begleicht, dem droht ein höheres Bußgeld – und wer dieses nicht bezahlt, könnte sogar im Gefängnis landen. 

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Es soll keine Jagd auf Obdachlose in Dortmund gemacht werden

In diesem Jahr alleine wurden allein 265 Knöllchen wegen illegalen Lagerns und Campierens in Dortmund ausgestellt. Insgesamt registriert das Ordnungsamt der Stadt 464 Maßnahmen gegen das Übernachten an öffentlichen Plätzen.

Ordnungsamtschefin Beate Siekmann macht im Gespräch mit dem WDR deutlich: Ihre Mitarbeiter würden keine Jagd auf Obdachlose machen. Jedoch müsse man auf konkrete Beschwerden wegen Lärm, Urinieren oder Müll reagieren.

Zunächst würde das Ordnungsamt den Obdachlosen des Platzes verweisen, sollte er ein zweites Mal angetroffen werden, gibt’s ein Knöllchen.

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Damit geht Dortmund wesentlich strikter gegen seine Obdachlosen vor als die Nachbarstädte – in Essen oder Hamm würden sie nur selten Knöllchen bekommen, sagen Dortmunder Obdachlose dem WDR. 

(jg)