POLITIK
09/08/2018 14:50 CEST | Aktualisiert 09/08/2018 15:00 CEST

Burka-Affäre: Ex-Außenminister Johnson droht Parteiausschluss

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Hannah Mckay / Reuters
Großbritanniens Ex-Außenminister Boris Johnson. (Archivbild vom Mai)

► Großbritanniens Ex-Außenminister Boris Johnson muss sich wegen umstrittener Burka-Äußerungen einem Disziplinarverfahren der Konservativen Partei stellen. Das berichten britische Medien unter Berufung auf Parteikreise.

Im Extremfall droht Johnson dabei der Ausschluss aus der Fraktion oder sogar aus der Partei.

► Johnson steht seit Tagen in der Kritik, weil er Frauen mit Vollverschleierung in einer Zeitungskolumne mit “Bankräubern” und “Briefkästen” verglichen hatte. Ihm wird vorgeworfen, damit Stimmung gegen Muslime machen zu wollen und sich bei rechtskonservativen Wählern anzubiedern.

Darum ist das Disziplinarverfahren gegen Johnson wichtig:

Johnson hat mit seinen islamfeindliche Äußerungen die sowieso schon hitzig geführte Debatte über die Einwanderung von Muslimen weiter angefeuert. Bisher hat sich der 54-Jährige für seine Äußerungen nicht entschuldigt, Berichten zufolge lehnte er dies ab.

Welcher Hass einigen britischen Muslimen mittlerweile entgegenschlägt, zeigt der Fall der Mutter von Fatiha El-Ghorri. 

Die junge Muslima schreibt auf Facebook, versehen mit dem Hashtags #BorisJohnson und #Islamophobie: “Eines Tages ist sie (ihre Mutter, die mit einer Krücke geht) zu unserem örtlichen Laden (im Osten Londons) gegangen, als drei Männer auf sie urinierten.” El-Ghorris Mutter sei dankbar gewesen, dass die Männer sie nur bepinkelt hätte und ihr nichts schlimmeres angetan haben.

Wie Premierministerin May reagiert:

Selbst Premierministerin Theresa May hatte sich den Forderungen nach einer Entschuldigung angeschlossen. “Ich glaube, wir sollten alle mit der Sprache und den Begriffen, die wir verwenden, sehr umsichtig sein”, sagte May.

Auch weitere konservative Parteikollegen Johnsons kritisierten seine Wortwahl. 

Johnson war im Juli im Streit um die Pläne Mays für den EU-Austritt zurückgetreten. Dem ehemaligen Wortführer der Brexit-Kampagne werden Ambitionen auf das Amt des Regierungschefs nachgesagt.