POLITIK
28/10/2018 11:39 CET | Aktualisiert 28/10/2018 12:45 CET

Bundeswehr-Beauftragter kritisiert Ausrüstungsmangel durch Nato-Manöver

Für die Übung wurde viel Material zusammengeliehen.

  • Wehrbeauftragter Hans-Peter Bartels kritisierte im Rahmen der Nato-Übung “Trident Juncture” die Bundeswehr –  wie ihr auch im Video oben seht. 
  • Bartels bemängelte den Ausrüstungszustand, da sehr viel Material zusammengeliehen werden musste.  

Derzeit läuft in Norwegen mit “Trident Juncture” das größte Nato-Manöver seit Ende des Kalten Krieges. Was sich bei der Übung allerdings allzu deutlich zeigt, ist: Die Bundeswehr leidet unter einigen Ausstattungsmängeln.

Das meint Hans-Peter Bartels. Der “Bild am Sonntag” sagte der Wehrbeauftragte des Bundestages:

“Das Material, von den Schutzwesten bis zum Panzer, wurde wieder aus der ganzen Bundeswehr zusammengeliehen. Dann fehlt es natürlich für die Ausbildung in den Bataillonen zu Hause. Das nervt die Soldaten enorm.”

In der Nacht zum Donnerstag hatte das Großmanöver begonnen. Es soll insgesamt zwei Wochen dauern. Rund 50.000 Soldaten sind beteiligt, darunter 10.000 von der Bundeswehr. Im Einsatz sind zudem rund 10.000 Fahrzeuge sowie mehr als 300 Kampfflugzeuge, Hubschrauber und Schiffe.

Bartels kritisiert Beschaffungsmanagement

Der Wehrbeauftragte Bartels fordert eine Vollausstattung der Bundeswehr. Das Geld sei vorhanden, aber das Beschaffungsmanagement müsse besser werden. Er sagt: 

“Ich hoffe, das war die letzte große Nato-Übung, bei der vorher das Bundeswehr-Manöver Hin- und Herleihen befohlen werden musste.”

Mehr zum Thema: Liebe Bundeswehrsoldaten, das Desinteresse an eurem Schicksal ist einfach nur schäbig

Verteidigungsministerium zeigte Verständnis

Das Verteidigungsministeriums zeigte Verständnis für die Kritik des SPD-Politikers. Ein Ministeriumssprecher sagte der “Bild am Sonntag”, dass Jahrzehnte des Sparens enorme Lücken hinterlassen hätten. 

“Der Wehrbeauftragte hat recht, dass der Grundbetrieb nicht leiden soll, wenn Topmaterial für die Nato und Einsätze gebraucht wird.”

Deswegen habe das Ministerium mit dem Parlament den Plan “Nato-Speerspitze 2023” auf den Weg gebracht, dessen Ziel eine vollausgestattete Brigade ist.

Mit Material der dpa.

(ak)