POLITIK
27/01/2018 16:29 CET

Mit diesem Zettel zeigen Bundestagsmitarbeiter, was sie von der AfD halten

Im Bundestag herrscht offenbar ein "Fahrstuhl-Krieg".

Fabrizio Bensch / Reuters
Ob Alexander Gauland und Beatrix von Storch den Zettel gesehen haben?
  • Ein Bundestagsmitarbeiter hat mit einem Zettel im Fahrstuhl die AfD ermahnt
  • Der Mitarbeiter eines Linken-Abgeordneten berichtet, wie Kollegen im Haus gegen die Rechtspopulisten sticheln

Es sollte wohl ein kleiner Willkommensgruß für die neuen Nachbarn sein.

Im Gebäude Unter den Linden 50, das zum Deutschen Bundestag gehört, empfing ein kleiner Zettel die Mitarbeiter der Abgeordneten.

Darauf war der Inhalt von Artikel 3, Absatz 3 des Grundgesetzes abgedruckt. “Zur Erinnerung”, wie auf dem Zettel vermerkt war.

“Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauung benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.”

Damit auch niemand vergessen konnte, dass vor dem Gesetz in Deutschland alle Menschen gleich sind, gab es den Text des Absatzes noch einmal zum Abreißen. Wie bei einer Wohnungsanzeige.

Denkzettel für die AfD 

Der Zettel richtete sich offenbar an die Mitarbeiter von AfD-Abgeordneten, die nun auch in diesem Gebäude eingezogen seien, berichtete Felix S. Schulz auf Twitter. 

Schulz arbeitet für den Linke-Abgeordneten Stefan Liebich und ist Referent für Strategien gegen Rechtsextremismus im Berliner Abgeordnetenhaus.

Zettelkrieg im Fahrstuhl

Seit der Ankunft der AfD-Kollegen gebe es eine Art Fahrstuhl-Krieg, erzählt Schulz im Gespräch mit der HuffPost.

Einen Tag nach der Konstituierung stand im Fahrstuhl ‘Fuck AfD’. Später war das übermalt worden. Ein Kollege von mir hat jetzt auch einen Nazi-Sticker auf seiner Büro-Tür kleben”, sagt Schulz. Er möchte betonen: “Nazi-Propaganda ist nicht nur im Fahrstuhl auf vielen Ebenen falsch.”

Die Abgeordneten im Haus hätten nicht direkt auf den Vermerk reagiert, auf Twitter habe die Aktion dafür Wellen geschlagen. 

Der Zettel sei nach einem Tag dann auch beschmiert worden, einen Tag später sei er weg gewesen, berichtet Schulz. 

Mehr zum Thema: Erste Plenarsitzungen zeigen: Die AfD stellt die Parteien vor ein Problem, mit dem die wenigsten gerechnet hatten

(sk)