POLITIK
17/04/2018 12:09 CEST | Aktualisiert 17/04/2018 13:29 CEST

Bundespolizei: Darum verkaufen immer mehr Flüchtlinge ihre Papiere

Der "Spiegel" berichtet über den Handel mit Pässen im Internet.

  • Mehr und mehr anerkannte Asylberechtigte verkaufen offenbar ihre Papiere an neue Flüchtlinge
  • Behörden beobachten den Trend laut “Spiegel” seit gut einem Jahr
  • Warum immer mehr Asylberechtigte ihre Papiere verkaufen, seht ihr im Video oben

Im Internet und in Griechenland floriert offenbar der Handel mit Papieren, die Flüchtlinge in Deutschland bekommen haben. Das berichtet das Nachrichtenmagazin “Der Spiegel”

Demnach bieten Flüchtlinge, die eigentlich in Deutschland bleiben dürften, aber wieder in ihre Heimat zurückkehren möchten, etwa ihren Reisepass, Aufenthaltsgenehmigung, Führerschein und Krankenversicherungskarte zum Verkauf an, sobald sie Deutschland verlassen haben.

Käufer sollen aus Syrien kommen

Entweder würden sie selbst dann ohne Papiere weiterreisen oder in einem deutschen Konsulat die Dokumente als verloren melden und Ersatz beantragen, mit dem sie auch wieder nach Deutschland zurückkehren könnten.

Käufer sind offenbar vor allem Syrer, die nach Deutschland reisen wollen. Von Griechenland aus kommt man so mit dem Flugzeug leicht in andere EU-Staaten, wie dem Bericht zu entnehmen ist.

Die Polizei kennt das Phänomen

Den Behörden sei der Trend bekannt. Das Magazin belegt das mit Auszügen aus einer vertraulichen Analyse der Bundespolizei. So sei die Zahl der Syrer, die in der EU-Botschaften in der Türkei den Verlust ihrer Papiere gemeldet hätten, seit Ende 2016 gestiegen. Doch die Polizei nimmt an, dass die Papiere verkauft oder weggeben wurden.

Dem Bericht nach hat die Bundespolizei im vergangenen Jahr mehr als 550 Fälle registriert, in denen echte Papiere zur unerlaubten Einreise genutzt wurden. Die Dokumente stammten demnach aus Deutschland, Italien, Frankreich und weiteren EU-Staaten.

Sind die Menschen mit den falschen Papieren im Land, fällt das den Behörden in der Regel nicht auf. 

Warum Syrer Deutschland den Rücken kehren

Erst vor wenigen Tagen hatte das ARD-Politikmagazin “Panorama” berichtet, dass mehr und mehr Syrer, die eigentlich in Deutschland bleiben dürften, wieder in ihre Heimat zurückkehrt seien. 

Der Grund: Viele dürfen ihre Familie nicht wie erhofft – und lange auch von den Behörden angekündigt – aus dem Kriegsgebiet nachholen und wollen sie nicht im Stich lassen.

Auch der “Spiegel” berichtet über einen Syrer, der aus diesem Grund Deutschland verließ. Und seine Papiere zu Geld machte.

(amr)