POLITIK
23/06/2018 10:20 CEST | Aktualisiert 23/06/2018 10:31 CEST

Ministerin Barley will WhatsApp-Änderung erzwingen – das käme auf Nutzer zu

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Thomas Koehler via Getty Images
Katarina Barley bei einem Interview in Berlin.

► Bundesjustizministerin Katarina Barley (SPD) will sich auf EU-Ebene dafür einsetzen, dass Verbraucher von WhatsApp aus auch mit Nutzern anderer Messenger-Dienste kommunizieren können.

► Es müsse künftig machbar sein, “dass zum Beispiel WhatsApp-Nutzer auch mit den Nutzern anderer Messenger-Dienste wie zum Beispiel Threema oder Signal kommunizieren können”, sagte sie.

►  Sie will gemeinsam mit anderen Amtskollegen aus EU-Staaten dafür sorgen, das gesetzlich auf europäischer Ebene zu regeln und die Betreiber zu verpflichten, entsprechende Schnittstellen zu öffnen.

Darum ist die Forderung von Barley wichtig:

“Beim Telefonieren auf dem Handy kann zum Beispiel der eine bei Vodafone sein und der andere bei der Telekom – das spielt keine Rolle, das merkt man nicht einmal”, sagte Barley.

Bei den Messenger-Diensten wäre das technisch ebenso möglich, sagte sie. Aber Messenger-Dienste setzen zum Teil auf sehr unterschiedliche Protokolle und Verschlüsselungs-Systeme, was einen Datenaustausch grundsätzlich erschwert.

Viele Dienste – wie unter anderem iMessage oder WhatsApp – arbeiten mit sogenannter Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, bei der Inhalte nur für Absender und Empfänger, aber nicht für den Dienst selbst im Klartext verfügbar sind.

Was ihr noch über WhatsApp wissen müsst:

Facebook spielt eine besonders starke Rolle in dem Markt mit seinen Diensten WhatsApp und Facebook Messenger, die jeweils mehr als eine Milliarde Nutzer haben.

“Man muss die Monopole aufbrechen, denn die führen dazu, dass ein Konzern machen kann, was er will”, mahnte Barley. “Wer in einer WhatsApp-Gruppe sein möchte, zum Beispiel im Sportverein oder an der Schule, hat keine andere Wahl, als diesen Messenger-Dienst zu installieren – egal was der Konzern mit den eigenen Daten macht.”

(jg)