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13/04/2018 13:24 CEST | Aktualisiert 13/04/2018 15:26 CEST

Britisches Magazin feiert Deutschland – mit fiesem Seitenhieb auf Merkel

Gute Neuigkeiten: Deutschland gilt jetzt als "hip".

Twitter/TheEconomist
Deutschland ist auf einmal cool!
  • Laut dem britischen Wirtschaftsmagazin “The Economist” wird Deutschland immer cooler 
  • Mit einer kleinen Einschränkung: Kanzlerin Merkel müsse weg 

Deutschland ist jetzt offiziell cool. Ja, wirklich. 

“Cool Germany” titelt das britische Wirtschaftsmagazin “The Economist” in seiner aktuellen Ausgabe. Und bebildert das Cover mit einem grünen Ampelmännchen mit Deutschlandflagge auf dem Brandenburger Tor.

Der Grund: Das Land würde offener und vielfältiger werden. Sogar “hip” nennt uns der “Economist”. 

Nur die Unterzeile des Covers macht misstrauisch: “Mit der richtigen Führung könnte Deutschland ein Vorbild für den Westen sein.”

Soll heißen: Wie sind nur ohne Merkel hip. Aber, kein Grund zur Sorge, denn die Ära Merkel sei ja demnächst vorbei, schreibt der “Economist”. 

► Aber: Deutschland habe unter der Kanzlerin auch seine ethnische und kulturelle Homogenität, die angepasste und konservative Gesellschaft und den Unwillen verloren, internationaler Diplomatie Gewicht beizumessen, lobt der “Economist”. 

Deutschland braucht eine neue Führung, verlangt das Magazin

Merkel habe durchaus ein paar Dinge richtig gemacht. So habe sie viele Flüchtlinge ins Land gelassen, was Deutschland weniger homogen gemacht und unseren Horizont erweitert habe. 

Außerdem hätten Frauen nun bessere Möglichkeiten. Und der Autor lobt, dass Deutschland Truppen nach Mali, Afghanistan und Litauen gesandt hat und Merkel das Rentenalter gesenkt hat. 

Aber dennoch: Das Land brauche eine neue, andere Führung, verlangt der “Economist”. Deutschland brauche jemanden, der proaktiv im eigenen Land und ehrgeizig im Ausland sei und die Fähigkeiten habe, auch die deutschen Wähler für diesen Ehrgeiz zu begeistern – Merkel sei das nicht.

“Ein Fehler, Deutschland zu unterschätzen” 

Unter der richtigen Führung gäbe es kaum mehr Zweifel an dem Potential Deutschlands. Das hätte das Land schon in der Vergangenheit bewiesen. Weil wir beispielsweise den ehemals kommunistischen Osten eingedämpft und die ökonomische Krise in den frühen Zweitausendern überwunden hätten. Ebenso wären wir mit einer Million Armen klargekommen, viele davon verzweifelte Flüchtlinge.

“Es wäre ein Fehler, Deutschland zu unterschätzen”, schreibt der Autor. Wir hätten ein Talent zur Neuerfindung, wie die Berliner Ampelmännchen zeigen würden.

Das Ampelmännchen ist für den Autor ein Symbol für ganz Deutschland: Es sei seinen diktatorischen Wurzeln der DDR entflohen und sei nun eine verrückte Ikone für unser Land. 

Da soll noch mal einer über die kitschigen Souvenirläden in Berlin lästern. 

(mf)