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11/06/2018 11:07 CEST | Aktualisiert 11/06/2018 12:56 CEST

Soldat verliert Bein im Irak – Facebook-Post zeigt, was er von Muslimen hält

Von Islamhass will der britische Veteran Chris Herbert nichts wissen.

  • Der Brite Chris Herbert hat bei einem Einsatz im Irak ein Bein verloren – durch einen Muslim. 
  • In einem bewegenden Facebook-Post legt der Ex-Soldat dar, wieso der Hass auf Muslime für ihn keinen Sinn ergibt.
  • Im Video oben: Muslima will aus Mainzer Bus aussteigen - dann wird klar, was die anderen von ihrem Kopftuch halten.

Chris Herbert war 19 Jahre alt, als eine Bombe ihm das linke Bein abriss. Der junge Brite war als Soldat im Irak stationiert. Eine Erfahrung, die ihn fürs Leben prägte.

In einem bewegenden Facebook-Post legt der Veteran offen, dass der Sprengsatz, der Herbert sein Bein und zwei seiner Kameraden das Leben kostete, von einem Muslim gezündet wurde. 

Dass offenbar einige Menschen der Auffassung seien, Herbert habe Grund, alle Muslime zu hassen, würde ihn jedoch schrecklich frustrieren, schrieb der Veteran 2015. 

Lewis Whyld - PA Images via Getty Images
Herbert posiert in einem Reha-Zentrum für Veteranen im englischen Surrey.

Von Islamhass will Herbert nichts wissen

Seine Worte haben nicht an Relevanz verloren. 

In Deutschland wurden 2017 1069 Gewalttaten mit islamfeindlichem Hintergrund registriert. Das ergibt sich aus der Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Kleine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion. 

“Ja, ein Muslim hat eine Bombe gezündet und ich habe mein Bein verloren”, schreibt der junge Mann aus der Hafenstadt Portsmouth. “Aber ein anderer Muslim hat an diesem Tag seinen Arm verloren – als er für die britische Armee gekämpft hat.”

Von Islamhass will Herbert nichts wissen.

Denn auch, wenn ein einzelner Muslim für eine tragische Wendung in seinem Leben verantwortlich war, habe es unzählige andere Menschen desselben Glaubens gegeben, die ihm geholfen hätten, ins Leben zurückzufinden. 

Der Beitrag wurde inzwischen gelöscht, ist aber noch in Form von Screenshots  online verfügbar.

Wir haben Herberts Zeilen für euch übersetzt:

Es frustriert mich schrecklich, dass einige Leute anscheinend Rassismus von mir erwarten.

Ja, ein Muslim hat eine Bombe gezündet und ich habe mein Bein verloren.

Aber ein anderer Muslim hat an diesem Tag seinen Arm verloren – als er für die Britische Armee gekämpft hat.

Ein muslimischer Arzt war im dem Helikopter, der mich ausgeflogen hat.

Ein muslimischer Chirurg hat die Operation durchgeführt, die mir das Leben gerettet hat.

Eine muslimische Krankenschwester hat sich um mich gekümmert, nachdem ich wieder in Großbritannien war.

Eine muslimische Therapeutin hat dafür gesorgt, dass ich alles hatte, was ich brauchte, während ich das Laufen wieder lernte. 

Ein muslimischer Taxifahrer hat mich umsonst mitgenommen, als ich zum ersten Mal nach meiner Rückkehr auf ein Bier mit meinem Vater ging.

Ein muslimischer Arzt hat meinen Vater im Pub getröstet und ihm Tipps gegeben, als er nicht wusste, wie er mit den Nebenwirkungen meiner Medikamente umgehen sollte.  

 

“Bekommt euer Leben in den Griff”

Im Gegensatz dazu schildert der Ex-Soldat mehrere Situationen, in denen weiße Briten ihm das Gefühl gegeben hätten, wertlos zu sein. 

“Ein weißer Mann hat meiner Freundin ins Gesicht gespuckt, weil sie ‘lieber einen Krüppel f****’ als ihn.”

Ein anderer habe ihn in seinem Rollstuhl aus dem Weg geschubst, um als Erster in den Aufzug einsteigen zu können. 

Herbert stellt jedoch klar – traurig, dass das heute anscheinend nötig ist – dass er natürlich nicht alle Weißen hasse.

Mehr zum Thema: Muslima wird im Zug von Rassisten angegriffen – nun berichtet sie über die skandalöse Reaktion der Fahrgäste

Was ich damit sagen will: Ihr könnt mich mal. Ich entscheide selbst, wen ich mag und wen nicht. 

Wenn ihr eine ganze Menschengruppe hassen wollt, weil es unter ihnen ein paar A********** gibt – von mir aus! Aber verschont mich mit euren Ansichten. 

Ihr denkt vielleicht ich bin ein einfaches Ziel, weil einer dieser A********** offenbar beschlossen hatte, dass meine Stunde geschlagen hat. 

Aber alle Muslime für die Handlungen von Terrorgruppen wie Daesh oder die Taliban verantwortlich zu machen, ist nichts anderes, als würde man allen Christen die Schuld für die Taten des Ku-Klux-Klan oder die Anschläge der Westboro Baptist Church geben.

Bekommt euer Leben in den Griff Leute, nehmt eure Familie in den Arm und geht wieder an die Arbeit. 

(jds)