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08/11/2018 14:46 CET | Aktualisiert 08/11/2018 15:14 CET

Britische Politikerin fordert Orgasmus-Unterricht für Mädchen

Es sei der Schlüssel, um sexuelle Gewalt zu beenden.

skynesher via Getty Images
Mädchen sollen in der Schule etwas über ihren Orgasmus lernen – das fordert eine britische Politikerin.
  • Frauen haben seltener einen Orgasmus beim Sex als Männer.
  • Eine britische Politikerin hat jetzt eine wichtige Forderungen für die schulische Bildung.

Es ist ungerecht: 95 Prozent der heterosexuellen Männer haben beim Sex so gut wie immer einen Orgasmus, unter der Frauen sind es gerade einmal 65 Prozent. Das haben Wissenschaftler der kalifornischen Chapman-Universität bei einer Befragung von fast 52.600 US-Amerikanern herausgefunden.

Diese Orgasmus-Differenz nennt sich “orgasm gap” und hat mehrere Gründe – biologische und gesellschaftliche:

Eigentlich kommen können Frauen genauso schnell zum Orgasmus kommen wie Männer. Im Schnitt sind das vier Minuten, wie Studien über Masturbation zeigen. Doch Studien zeigen auch – selbst Frauen, die sehr gut über ihren Körper Bescheid wissen und sich selbst befriedigen, haben weniger häufiger Orgasmus beim Sex als Männer.

Das liegt zu einem daran, dass gesellschaftlich vermittelt wird, dass Männer beim Sex immer zum Orgasmus kommen bzw. kommen müssen. Ob Frauen einen Orgasmus bekommen oder nicht, ist häufig “Zugabe”. Hinzu kommt, dass Männer beim Sex rein biologisch einfacher zum Orgasmus kommen. Daher ist es wichtig, dass heterosexuelle Frauen mit ihrem Partner über ihre Vorlieben sprechen. 

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Junge Mädchen sollten alles über den Orgasmus lernen

Damit auch Frauen mehr über ihren eigenen Körper und ihre Sexualität lernen, hat eine britische Politikerin deshalb jetzt eine deutliche Forderung ausgesprochen: Mädchen müsse in der Schule alles über den weiblichen Orgasmus beigebracht werden.

Jess Phillips, Mutter und Mitglied des Parlaments, soll darüber mit Journalisten des britischen Grazia-Magazins gesprochen haben, wie die Nachrichtenseite “Daily Mail” berichtet.

So habe die 37-Jährige dem Magazin gesagt: “Frauen sollten größere Erwartungen haben, wir müssen anfangen, mehr zu fordern.”

Und das sollten junge Mädchen so früh wie möglich lernen.

“Wir können nicht in die Schulen gehen und den Mädchen beibringen, wie sie masturbieren”, habe sie erklärt. Jedoch sollten sie über Orgasmen Bescheid wissen.

“Um Gewalt zu beenden, müssen wir das Ungleichgewicht zerstören”

Sexualerziehung steht für Phillips ganz oben auf der politischen Agenda. Laut “Daily Mail” habe das Parlamentsmitglied in seiner Kampagne dafür gekämpft, bis 2020 in allen weiterführenden Schulen einen verpflichtenden Sexualkunde-Unterricht einzuführen.

Sie glaube: Kinder über Sex, ihre Körper und Beziehungen aufzuklären sei auch der Schlüssel dazu, sexueller Gewalt gegen Frauen vorzubeugen.

“Um Frauen zu befreien und Gewalt zu beenden, müssen wir das Ungleichgewicht zwischen Männern und Frauen zerstören”, sagte die 37-Jährige.

Das gilt wohl auch für die Orgasmus-Differenz im Bett.

(ujo)