NACHRICHTEN
10/01/2018 09:59 CET | Aktualisiert 11/01/2018 16:27 CET

Gefängnisstrafe in Dubai: Fall eines Briten zeigt, was Ausländer dort beachten müssen

"Ich wurde entsetzlich behandelt."

  • Ein Brite musste wegen einer Whatsapp-Nachricht ins Gefängnis in Dubai
  • Er schrieb eine wütende Nachricht an den Mann, der ihn beim Autokauf abgezockt hatte
  • Oben im Video: Einem Touristen drohten drei Jahre Gefängnis in Dubai – weil er jemanden an der Hüfte berührt hatte

Bevor sie eine Familie gründen, wollten der 29-jährige Brite Yaseen Killick und seine Frau Robyn noch ein letztes Abenteuer erleben. Die beiden zogen nach Dubai, lebten und arbeiteten dort. Alles schien in Ordnung. 

Doch dann verhaftete die örtliche Polizei den Briten und steckte ihn ins Gefängnis. Der Grund: Yaseen Killick verschickte eine Whatsapp-Nachricht, die in Dubai als Fall von Cyberkriminalität behandelt wurde. Das berichtet die britische Zeitung “Sun”.

Eine zu kritische Whatsapp-Nachricht

Wie die Zeitung berichtet, kauften der Immobilienmakler und seine Frau einen gebrauchten VW Golf für umgerechnet fast 7000 Euro. Nur Stunden später nach dem Kauf ging das Auto kaputt. 

Killick fand heraus, dass das Auto nicht mehr hätte verkauft werden dürfen. Und schrieb dem Verkäufer eine wütende Nachricht: 

“Wie kannst du nachts nur schlafen, wenn du ganz genau weißt, dass du Leute abzockst?”

Anschließend wurde der Brite verhaftet. Wie die Zeitung berichtet, verbrachte Killick drei Wochen im Gefängnis

“Jedem droht eine polizeiliche Untersuchung”

Der Grund scheint absurd. Radha Stirling von der wohltätigen Organisation Detained in Dubai sagte der “Sun”: “Die Vereinigten Arabischen Emirate haben Cyberkriminalitätsgesetze und viele Menschen geraten damit in Konflikt. Auch wenn sie sich außerhalb von Dubai befinden.

Weiter erklärte Stirling: 

“Jedem, der in Dubai eine kritische Nachricht über die Medien oder eine Beschwerde sendet, droht eine polizeiliche Untersuchung. Jeder kann verurteilt, bestraft und sogar eingesperrt werden.”

► Yaseen Killick und seine Frau Robyn müssen jetzt sogar das Land verlassen.

Wir haben unser Zuhause und unsere Jobs verloren. Und das alles nur, weil dieser Typ uns so fies hereingelegt hat”, sagte Robyn der Zeitung. 

Killick selbst kann das Ganze noch immer nicht ganz glauben. “Ich wurde entsetzlich behandelt. Und das alles wegen dem Versenden einer Whatsapp-Nachricht”, sagte der Brite. 

Er fühlt sich zudem von der britischen Botschaft in Dubai im Stich gelassen. Killick sagt, diese sei während des gesamten Prozesses “nutzlos” gewesen. 

(jg)