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04/07/2018 07:27 CEST | Aktualisiert 04/07/2018 10:33 CEST

Brisante Szene: Pfeift hier der Schiedsrichter Kolumbien den Sieg weg?

Eine umstrittene Entscheidung des Unparteiischen machte das Tor Kolumbiens gegen England ungültig.

Screenshot
  • In der ersten Hälfte der Verlängerung schießt Kolumbien gegen England ohne große Gegenwehr das 2:1. 
  • Der Schiedsrichter pfeift den Treffer zurück – warum? 

Die 98. Minute im Spiel Kolumbien gegen England beginnt mit einem harmlosen Einwurf – und endet in einer skandalös anmutenden Szene. 

Der englische Außenverteidiger Ashley Young steht in der eigenen Hälfte bereit, um einen Einwurf auszuführen. Er wirft zu seinem Teamkollegen Harry Macguire – doch der reagiert überhaupt nicht und bleibt einfach stehen

► Anders als der kolumbianische Stürmer Radamel Falcao.

Der sprintet zum Ball und flankt diesen in die Mitte. Auch dort rührt sich kein englischer Spieler. Der Kolumbianer Bacca nimmt den Ball auf und schießt ihn ins Tor. 

Doch der Treffer zählt nicht. Warum? 

Zweiter Ball sorgt für Verwirrung

Tatsächlich ist schon während des Sprints von Falcao zum Ball ein Pfiff des Schiedsrichters zu hören. Die Kolumbianer spielten dennoch weiter, das Tor fiel also, als das Spiel bereits unterbrochen war. 

Doch warum hatte der Schiedsrichter unterbrochen? Die Antwort ist ein zweiter Ball. Den hatte der englische Torwart Jordan Pickford vor Youngs Einwurf ins Seitenaus geschlagen.

► Es befand sich also kein zweiter Ball im Spiel. Das wäre ein Grund gewesen, das Spiel zu unterbrechen.

Der Schiedsrichter pfiff trotzdem ab – und zwar, weil der von Pickford herausgeschlagene Ball drohte, wieder ins Feld zu rollen.  

Davon waren sowohl Macguire als auch der Schiedsrichter-Assistent an der Seitenlinie sichtlich irritiert. Beide reagierten verspätet auf den Spielzug der Kolumbianer. 

► Pech, könnte man meinen.

Doch die Schiedsrichter-Experten des Twitter-Accounts Collinas Erben sagen:

“Zurückgepfiffen wurde der Einwurf, weil der Schiedsrichter-Assistent noch wegen des anderen Balls abgelenkt war und den sofort einsetzenden Angriff nicht verfolgen konnte. Korrekte Entscheidung.”

Stimmt das? 

Mehr zum Thema: England - Kolumbien – Kommentator völlig fassungslos über Schiedsrichter

Glück für England: Kein Regelverstoß – aber gängige Praxis

Die Experten führen aus, es sei gängige Praxis, dass ein Schiedsrichter einen Spielzug unterbreche, wenn sein Assistent noch nicht einsatzbereit sei.

► Es gehe dabei um die “oft stillschweigend” gegebende Zustimmung zur Spielfortsetzung – die eben auch zurückgenommen werden könne. 

Im Klartext heißt das: England hatte großes Glück. Ein echter Regelverstoß lag nicht vor, schließlich lag kein zweiter Ball im Feld. 

► Doch der Schiedsrichter entschied in seinem Ermessensspielraum, dass sein Team die Partie im Moment nach dem Einwurf nicht richtig leiten konnte. 

Kein Tor für Kolumbien also – und später das bittere Aus im Elfmeterschießen. 

(sk)