ELTERN
25/05/2018 16:24 CEST

Mann hinterlässt Brief in seinem Auto – dann muss er eine Strafe zahlen

Das Ordnungsamt ignorierte seinen herzerwärmenden Brief.

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Malcom Bunge hat nicht vor, seinen Strafzettel zu begleichen. (Symbolbild)
  • Weil seine Frau in den Wehen gelegen ist, hat ein Mann in seinem Auto einen Brief an das Ordnungsamt hinterlassen. 
  • Jetzt muss er 30 Euro Strafe zahlen, weil sein Parkschein nicht mehr gültig war.

Für Malcom Bunge ist es wahrscheinlich einer der bedeutendsten Tage seines Lebens gewesen. Für die Mitarbeiter des Ordnungsamts vermutlich ein Tag wie jeder andere. Zumindest lässt ihre Reaktion auf den Mann das vermuten.

Der Berliner fuhr mit seiner Frau in das Geburtshaus, weil sie in den Wehen lag. Direkt vor der Tür fand der werdende Vater einen Parkplatz und löste einen Parkschein. Wie das Nachrichtenmagazin “Stern” berichtete, soll er dafür sogar noch Geld gewechselt haben. 

► Etwa acht Euro habe er für das Parken ausgegeben.

Gnadenlose Gesetzeshüter

Da sich Geburten aber nicht nach Parkscheinzeiten richten, hinterließ Bunge zusätzlich einen Brief an eventuelle Kontrolleure und appellierte damit an ihre Menschlichkeit.

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“Falls der Parkschein nicht ausreicht, liegt das daran, dass die Geburt unseres Kindes länger dauert. Überlegen Sie sich also, ob Sie einen Strafzettel als Geburtstagsgeschenk da lassen wollen.” 

So viel Geistesgegenwart, wenn die eigene Frau mit dem ersten Kind in den Wehen liegt, ist auch nicht selbstverständlich.

► Als die frisch gebackenen Eltern mit dem kleinen Töchterchen zu ihrem Auto zurück kamen, erlebten sie eine unerfreuliche Überraschung.

So verkündete Bunge auf Facebook, dass er eine Minute nach Ablaufen des Parkscheins einen Strafzettel über 30 Euro bekommen habe.

“Ich weiß natürlich, dass ein guter deutscher Bürger Prioritäten setzen muss und eher Münzen in einen Parkautomaten werfen sollte, anstatt seiner Frau zur Seite zu stehen und bei der Geburt des Kindes dabei zu sein”, kommentierte er die Handlung des Ordnungsamts auf seiner Facebook-Seite. 

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“Ich nehme an, dass sie meine Info gelesen haben. Ich gehe nicht davon aus, dass ich das wirklich bezahlen muss”, erklärte der Vater gegenüber dem Stern. Falls doch, wolle er Einspruch einlegen.

Ein Erinnerungsstück für die Tochter ist das Knöllchen trotzdem. Auf Facebook schlugen ihm die Nutzer vor, Brief und Strafzettel einzurahmen und aufzubewahren. Etwas zu erzählen haben die Eltern jetzt auf jeden Fall. 

(nc)