WIRTSCHAFT
01/02/2019 08:26 CET | Aktualisiert 01/02/2019 08:42 CET

Brexit-Exodus: Studie offenbart Massenflucht britischer Firmen bei "No Deal"

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Düstere Tage in Großbritannien. 

► Eine neue Studie aus Großbritannien offenbart: Fast jede dritte Firma will oder hat bereits Teile ihres Geschäfts ins Ausland verlagert, um sich vor den Folgen eines Brexit ohne verabschiedeten Austrittsabkommens abzusichern.

► Das ist das Ergebnis einer Umfrage der britischen Unternehmensgruppe Institute of Directors (IoD) unter 1200 Mitgliedern. Der britische “Guardian” berichtet am Freitag darüber. 

► Jede zehnte Firma hat Teile ihres Geschäfts demnach bereits ins Ausland verlagert. 

Warum diese Brexit-Zahlen wichtig sind: 

Noch immer ist ein Austritt ohne Abkommen wohl der wahrscheinlichste Ausgang des Brexit-Streits. Das britische Unterhaus hatte Mitte Januar den von Premierministerin Theresa May und der EU ausgehandelten Austrittsvertrag abgelehnt – seitdem sucht die britische Regierung nach einem Kompromiss. 

► Die Zeit wird knapp: Bereits in weniger als zwei Monaten, am 29. März, wird Großbritannien die EU verlassen. Sollte bis dahin kein Abkommen geschlossen sein, drohen Staus an den Grenzen, Engpässe bei der Versorgung von britischen Supermärkten und wirtschaftliche Schäden

Bereits jetzt leidet etwa die britische Autoindustrie unter der Unsicherheit: Die Zahl der produzierten Fahrzeuge sei im vergangenen Jahr um 9,1 Prozent auf 1,52 Millionen Stück gefallen, teilte der Branchenverband SMMT (Society of Motor Manufacturers and Traders) am Donnerstag in London mit. 

Was ihr noch wissen müsst: 

Edwin Morgan, Interims-Generaldirektor von IoD, sagte dem “Guardian”:

“Wir können die tatsächlichen Folgen von Verzögerungen und Verwirrung nicht mehr ignorieren, genauso wenig wie die Unternehmensführer die schwierigen Entscheidungen ignorieren können, vor denen sie beim Schutz ihrer Unternehmen stehen.”

Große Unternehmen wie Sony oder Panasonic haben ihren europäischen Hauptsitz bereits von Großbritannien in ein anderes europäisches Land verlagert. Morgan betont gegenüber dem “Guardian”, dass die Zahlen der Umfrage aber auch zeigten: Viele kleine Unternehmen denken darüber nach, ihr Geschäft ins Ausland zu verlagern. 

(lp)