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01/01/2019 11:03 CET | Aktualisiert 01/01/2019 11:54 CET

Angriffe auf Polizei und Reizgas-Attacke: So verlief Silvester in Deutschland

Auf den Punkt.

Millionen Menschen haben in Deutschland das neue Jahr mit Feuerwerk begrüßt. Größtenteils blieben die Feiern an Silvester friedlich. 

Dennoch vermeldet die Polizei in Deutschland Brände und gewalttätige Übergriffe zum Jahreswechsel. Häufig mussten die Beamten und die Feuerwehr in den deutschen Städten ausrücken, wie ihr auch oben im Video sehen könnt.

So verlief die Silvesternacht in Deutschland: 

1. Berlin 

In der Hauptstadt feierten Hunderttausende vor dem Brandenburger Tor. Die Berliner Feuerwehr musste an Silvester zu insgesamt 1385 Einsätzen ausrücken, wie es auf Twitter hieß. Die Einsatzzahl sei im Vergleich zum vergangenen Jahr zurückgegangen. 

Unter den Einsätzen seien 432 Brände gewesen, teilte die Feuerwehr weiter mit. 

Bis in die Morgenstunden seien die Einsatzkräfte noch mit zwei Dachstuhlbränden – in einem leerstehenden Haus in Reinickendorf und einem Einfamilienhaus in Mariendorf – beschäftigt gewesen, berichtet der Berliner “Tagesspiegel”. Bei den Bränden in der Silvesternacht seien insgesamt acht Personen verletzt worden. 

Wie die Feuerwehr auf Twitter mitteilte, habe es auch 49 Angriffe auf Einsatzkräfte gegeben, 33 davon mit Feuerwerk. 

2. Hamburg

Auch auf der Reeperbahn in Hamburg feierten zehntausende Menschen. Laut dem NDR wurden der Polizei bisher keine größeren Übergriffe gemeldet. Erfahrungsgemäß kann das allerdings einige Tage dauern. 

Insgesamt sei die Hamburger Polizei in der Neujahrsnacht zu 1.200 Einsätzen ausgerückt, berichtet der NDR. Das seien laut einem Polizeisprecher 400 weniger als im Vorjahr.

Um drei Uhr sagte ein Sprecher der Polizei, die Beamten seien “bisher ganz zufrieden” mit dem Verlauf der Silvesternacht. 

Bereits am Nachmittag musste die Polizei ausrücken, weil mehrere Personen Schüsse aus einer Schreckschusswaffe abgegeben haben sollen, berichtet die “Hamburger Morgenpost”. Auch die Feuerwehr habe einige Brände löschen müssen, mindestens zwei Personen seien dabei leicht verletzt worden. 

Die “Mopo” zählt einige Vorfälle in Hamburg auf: In Hamburg-Rahlstedt habe sich ein Mann durch einen Feuerwerkskörper selbst an der Hand verletzt, am S-Bahnhof Hammerbrook habe ein Mann mit einem Messer auf einen anderen Mann eingestochen, das Opfer kam ins Krankenhaus.

An der Alster haben sich laut der “Mopo” mehreren Personen eine Auseinandersetzung geliefert, Polizisten und andere Besucher seien mit Feuerwerkskörpern beworfen worden. 

3. Köln

Die Kölner Polizei spricht in einer ersten Bilanz von einer ruhigen Silvesternacht in der Stadt. Allerdings ist es laut dem Kölner “Express” im Stadtteil Meschenich zu einer Massenschlägerei gekommen. 

dpa
Polizisten stehen vor dem Hauptbahnhof neben dem Kölner Dom.

Als die Feuerwehr zu einem Wohnungsbrand kam, sei es zu einer gewalttätigen Auseinandersetzung zwischen mehreren Passanten gekommen. Die Einsatzkräfte seien aber nicht attackiert worden.  

Polizisten seien zudem an der Möllerbrücke aus einer Gruppe von 400 Personen mit Flaschen und Pyrotechnik beworfen worden, berichtet das Portal “Der Westen”. Die Beamten seien nicht verletzt, allerdings sei ein Einsatzfahrzeug beschädigt worden. 

4. Dortmund

Polizisten in Dortmund sind in der Neujahrsnacht mit einer Silvester-Rakete beschossen und mit Flaschen beworfen worden.

Zu den Angriffen auf die Beamten kam es nahe der Innenstadt aus einer Personengruppe heraus, wie die Polizei am frühen Morgen über Twitter mitteilte. Die Lage habe aber schnell wieder beruhigt werden können. Verletzt worden sei niemand, sagte ein Polizeisprecher.

Der Mann, der die Rakete geschossen habe, sei in Gewahrsam genommen worden. Weitere Personen sollten angezeigt werden. 

Für Nordrhein-Westfalen insgesamt fällt die vorläufige Bilanz jedoch positiv aus. “Soweit ich das sehe, ist es bisher eine ruhige Lage. Noch ruhiger als im vergangenen Jahr”, sagte Innenminister Herbert Reul dem WDR. 

Insgesamt rückte die Polizei zu 3500 Einsätzen aus. Die Beamten verzeichneten 422 Körperverletzungen, 161 gefährliche Körperverletzungen und 33 Sexualdelikte, teilt die Polizei mit.  

5. Leipzig

Auch in Leipzig ist die Silvesternacht weitgehend ohne schwere Zwischenfälle geblieben. Die “Leipziger Volkszeitung” berichtet allerdings von einer Auseinandersetzung zwischen Vermummten und Polizisten in Lindenau und Plagwitz.

dpa
Sachsen, Leipzig: Menschen versammeln sich der Neujahrsnacht an einem Feuer am Connewitzer Kreuz.

Die Vermummten, eine Gruppe von 50 bis 60 Personen, errichteten demnach Barrikaden auf der Straße. Die Täter sollen auch Krähenfüße verteilt haben. Außerdem sei as Gebäude des Bundesgerichtshofes sei angegriffen worden. 

Beim Polizeieinsatz sei niemand verletzt worden, berichtet das Portal “Tag24”.  

In Leipzig kam es zudem in einer Pizzeria zu einer Explosion. Verletzt wurde niemand. Die Ursache des Unglücks ist noch unklar. 

6. Saarbrücken

In Saarbrücken versprühte ein Unbekannter Reizgas auf der Tanzfläche, wie die Polizei mitteilte. 

Daraufhin liefen die Gäste fluchtartig ins Freie. Mehrere Menschen, unter ihnen eine Schwangere, wurden leicht verletzt. Ein Besucher musste stationär im Krankenhaus aufgenommen werden. Der Pfefferspray-Behälter wurde von der Polizei sichergestellt, nach dem Täter wird gefahndet.

7. München 

Familiendrama an Silvester: Ein fünf Jahre altes Mädchen hat sich bei einem Hochhaus-Feuer in Oberbayern in einem Schrank versteckt und ist ums Leben gekommen.

Der Vater des Kindes hatte am Silvestertag noch versucht, seine Tochter aus der Wohnung in Puchheim bei Fürstenfeldbruck zu holen – was ihm laut Polizei aber nicht gelang. Der Mann kam mit einer schweren Rauchvergiftung ins Krankenhaus. Die Brandursache ist noch unklar. 

Mit Material der dpa.