NACHRICHTEN
10/04/2018 16:32 CEST | Aktualisiert 11/04/2018 08:33 CEST

Bochum: Polizei verheimlicht Vergewaltigung – jetzt wird der Grund bekannt

Jetzt bereut die Regierung das Vorgehen.

  • Im Februar soll ein verurteilter Sexualstraftäter in Bochum eine Frau vergewaltigt haben 
  • Die Polizei nahm den Verdächtigen fest – doch wollte der Öffentlichkeit alles verschweigen
  • Oben im Video seht ihr die aktuelle Statistik der Sexualstraftaten in Deutschland

Mit einem Stein soll er sein Opfer auf einem Friedhof niedergeschlagen und danach vergewaltigt haben. Die Polizei fasst ihn, einen 30-Jährigen verurteilten Sexualstraftäter und Teilnehmer eines Präventionsprogramms für Rückfallgefährdete.

Die Tat ereignete sich im Februar – doch die Öffentlichkeit erfuhr nichts davon. 

Erst durch einen Pressebericht sollen die Ereignisse dann ans Licht gekommen sein, wie die Nachrichtenseite “Der Westen” berichtet.

Jetzt äußert sich die Landesregierung

Warum nichts nach außen gedrungen ist, erklärt jetzt die Landesregierung in Nordrhein-Westfalen – die Reaktion auf eine kritische Frage eines fraktionslosen Abgeordneten.

“Glauben die Behörden, dass es im Zeitalter von Internet und Fake News zeitgemäß und klug ist, den Versuch zu unternehmen, solche Taten zu verheimlichen?”, wirft der Unbekannte laut dem “Westen” der Regierung vor. 

Mehr zum Thema: Polizisten sollen scheinbar feststeckendes Auto befreien, dann sehen sie das Pärchen darin

Entschieden wurde so aus Opferschutzgründen, erklärt die Landesregierung jetzt laut der Nachrichtenseite. Im Nachhinein betrachtet sei das jedoch falsch.

Die Veröffentlichung einer kurzen Pressemitteilung, die unter Hinweis auf die noch laufenden Ermittlungen auf Details verzichtet, wäre die bessere Vorgehensweise gewesen, so die Regierung. 

Die Richtlinien der Pressearbeit sei inzwischen angepasst worden. 

Es war nicht das erste Mal, dass eine Tat verschwiegen wurde

Schließlich war es nicht das erste Mal, dass eine Sexualstraftat verschwiegen wurde.

Die Dortmunder Staatsanwaltschaft soll gegenüber dem Westen erklärt haben, dass auch im Fall des Uni-Vergewaltigers so gehandelt wurde, um die Studentinnen zu schützen.

Diese Straftat ereignete sich bereits im Mai vergangenen Jahres. Damals vergewaltigte ein Iraker zwei junge Studentinnen auf dem Bochumer Campus. 

Es ist nicht leicht, über derart schlimme Erfahrungen zu sprechen. Frauen, denen Ähnliches passiert ist, können sich jederzeit und kostenfrei an die Hotline des karitativen Vereins “Weisser Ring” unter 116 006 wenden. Der bundesweit tätige Opferverein unterstützt Menschen, die Opfer von Gewalt wurden.

(ks)