POLITIK
16/09/2018 12:45 CEST

BMW und Lufthansa: Konzerchefs warnen nach Chemnitz vor Rechtsruck

Top-News To Go.

DPA

Mit BMW-Chef Harald Krüger und Lufthansa-Chef Carsten Spohr haben sich weitere Top-Manager den Mahnungen der Wirtschaft nach den ausländerfeindlichen Ausschreitungen von Chemnitz vor zwei Wochen angeschlossen.

Der “Welt am Sonntag” sagte Krüger: “Wir stehen ganz klar für eine offene Kultur, für Vielfalt, für ein Miteinander.” In seinem Konzern arbeiteten täglich Menschen aus 120 verschiedenen Nationen zusammen, Arbeits- und Ausbildungsplätze würden auch Flüchtlingen angeboten.

“Wir sind beide viel im Ausland, und wenn man dort die Berichte über Chemnitz verfolgt, dann sind das Bilder aus Deutschland, die man überhaupt nicht sehen möchte”, sagte Krüger. Spohr ergänzte: “Dieses Land muss ein Land bleiben, mit dem man positive Bilder verbindet.”

Darum ist die Meldung wichtig: BMW und Lufthansa: Konzerchefs warnen nach Chemnitz vor

► In der vergangenen Woche hatte bereits Volkswagen, das in Sachsen wichtige Standorte unterhält, nach dem gewaltsamen Tod eines Deutschen und den darauf folgenden fremdenfeindlichen Übergriffen zu Toleranz aufgerufen.

► Dies forderten Vorstand, Betriebsräte und rund 500 Angestellte im Motorenwerk Chemnitz. “Wir bei Volkswagen dulden keine Diskriminierung»”, sagte Personalvorstand Gunnar Kilian.

► Landes-Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) sieht in den Ausschreitungen einen Nachteil für die Wirtschaft in Sachsen. “Da brauchen wir nicht drumherum reden, das ist ein Schaden, der entstanden ist”, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Bei Firmen, Forschungseinrichtungen und Universitäten spüre man Verunsicherung.

Was ihr sonst noch wissen müsst: BMW und Lufthansa: Konzerchefs warnen nach Chemnitz vor

Der Präsident des Handelsverbandes Deutschland, Josef Sanktjohanser, warnte in einem offenen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel: “Alle, die das Bild eines toleranten Deutschlands stören, gefährden erheblich unser Zusammenleben und auch den Wirtschaftsstandort.”

Der Chef des Handelskonzerns Otto, Alexander Birken, forderte die Manager in Deutschland zu mehr Engagement gegen Fremdenfeindlichkeit auf.