POLITIK
28/10/2018 19:07 CET | Aktualisiert 28/10/2018 19:33 CET

Hessenwahl: 4 Zahlen zeigen das ganze Ausmaß des Debakels für CDU und SPD

Auf den Punkt.

Hessen

Es ist eine bittere Niederlage für die Volksparteien in Hessen

Sowohl CDU als auch SPD verloren mehr als zehn Prozentpunkte, für die Sozialdemokraten war es gar das schlechteste Ergebnis ihrer Geschichte in dem Bundesland.

Das Debakel der GroKo-Parteien in Hessen – auf den Punkt gebracht:

Denkzettel-Wahl für die GroKo:

CDU-Spitzenkandidat Volker Bouffier sagte nach der Wahl, das Ergebnis sei “ganz klar geprägt von der Performance in Berlin”.

Nancy Faeser, SPD-Generalsekretärin in Hessen, sprach in der ARD von einem “Misstrauensvotum” gegen ihre Partei. “Mit diesem Ergebnis haben wir so nicht gerechnet”, sagte sie weiter. Grund sei die Bundespolitik. Es habe nicht nur Gegenwind aus Berlin gegeben, sondern es seien “ganze Sturmböen gekommen”.

Und so ganz falsch ist diese Analyse nicht.

► 70 Prozent der Hessen waren mit der Arbeit der Bundesregierung unzufrieden, hat das Umfrageinstitut infratest dimap im Auftrag der ARD herausgefunden. 

► Noch deutlicher: Die Wahl war gar für jeden zweiten Wähler in Hessen ein Denkzettel in Richtung der Großen Koalition.

► 73 Prozent derjenigen, die bei der letzten Wahl CDU wählten, und mehr als jeder zweite frühere SPD-Wähler sagte das.

Die CDU verlor in alle politischen Richtungen:

Die CDU verlor am meisten an Grüne (94.000 Wähler) und AfD (84.000 Wähler) – also in beide politischen Richtungen. 33.000 Wähler wanderten zur FDP ab. Ähnlich war es vor zwei Wochen in Bayern.

Die Parteien punkten in zentralen Kompetenz-Fragen nicht mehr:

In fast allen zentralen Kompetenzfragen verlor die CDU im Vergleich zu 2013. Bei Thema Wirtschaft, Kriminalitätsbekämpfung, Bildung und Verkehr verlor die Union laut infratest-dimap dramatisch. 

► Auf die Frage, welche Partei die besten Antworten auf die Fragen der Zukunft hat, nannten nur 14 Prozent die CDU und 13 Prozent die SPD. Gewinner: Die Grünen mit 24 Prozent. 

An den Spitzenkandidaten lag es nicht:

64 Prozent der Hessen halten Bouffier für einen guten Ministerpräsidenten. Er zählt damit zu den beliebtesten Landesfürsten in Deutschland. Verglichen mit 2013 waren es sieben Prozentpunkte mehr.

► Auch Thorsten Schäfer-Gümbel genießt Vertrauen in Hessen. 43 Prozent der Hessen sagen laut infratest-dimap, er wäre ein guter Ministerpräsident.

Geholfen hat es den beiden nicht. 

(ben)