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14/09/2018 19:37 CEST | Aktualisiert 14/09/2018 19:39 CEST

Düstere Theorien: Chinas berühmteste Schauspielerin plötzlich verschwunden

Plötzlich verschwand der Superstar von der Bildfläche. Und von Plakaten.

ANTONIN THUILLIER via Getty Images
Fan Bingbing beim Cannes-Festival im Mai.
  • Fan BingBing ist die wohl berühmteste Schauspielerin Chinas, auch in Hollywood-Filmen war sie immer wieder zu sehen.
  • Jetzt ist sie verschwunden und das ganze Land rätselt über ihren Verbleib.

Fan BingBing war bereits in Hollywood-Blockbustern wie “Iron Man” und “X-Men” zu sehen. In ihrer Heimat China ist sie die wohl berühmteste Schauspielerin. Ihre über 62 Millionen Follower auf dem chinesischen Äquivalent zu Twitter, “Weibo”, sprechen für sich. 

Ihren letzten Auftritt hatte der Schauspiel-Star bei den Filmfestspielen in Cannes, als sie ihren neusten Film promotete, in dem unter anderem auch Penélope Cruz zu sehen ist. 

Doch seit diesem Auftritt ist sie wie vom Erdboden verschluckt.

Wie die “New York Times” berichtet, hat sich die 36-Jährige seit drei Monaten komplett aus dem Rampenlicht zurückgezogen. Einige seltsame Geschehnisse befeuern nun wilde Theorien ihrer Fans, wo sie denn nun sein könnte. 

Industrie radiert sie nach und nach aus 

Doch nicht nur aus dem Rampenlicht verschwand BingBing.

Mehrere Kinostarts ihrer Filme, einer davon mit Bruce Willis, wurden auf unbestimmte Zeit verschoben und BingBing wurde aus den zugehörigen Filmplakaten entfernt. Filmkritiker Raymound Zhou sagte gegenüber der “New York Times”, dass Szenen mit ihr aus einem der Filme sogar entfernt wurden. 

Viele ihrer Sponsoren und Werbepartner, darunter auch Montblanc und die Schmuckfirma De Beers, kündigten schlagartig die Verträge mit BingBing. 

 Hat sich die Industrie gegen die Schauspielerin verschworen? Die Politik?

Ihr Verschwinden befeuert die Diskussionen um die korrupten Machtstrukturen in Peking.

Denn schon die Tatsache, dass über den Verbleib des großen Stars so wenig bekannt ist, zeigt den undurchsichtigen Schnittpunkt zwischen der chinesischen Entertainment-Industrie, der Wirtschaft und der Politik. 

Mögliche Ermittlungen

Natürlich gehen einige ihrer Fans vom Schlimmsten aus und es kursieren bereits düstere Theorien, die sogar in Frage stellen, ob BingBing noch lebt. 

Die plausibelste Erklärung hat allerdings etwas mit einer in China weit verbreiteten Praktik zu tun: “Yin und Yang”-Verträge. 

Um hohen Steuerabgaben zu entgehen, werden in China zweierlei Arbeitsverträge abgeschlossen: Einmal mit jenem Gehalt, das auch dem Staat bekannt gegeben wird, und ein Dokument mit der eigentlichen Bezahlung. 

Einen solchen Vertrag soll auch BingBing erhalten haben, behauptet zumindest der ehemalige chinesische TV-Moderator Cui Yongyuan. Yongyuan veröffentlichte im Mai zwei Arbeitsverträge auf Weibo.

Die Dokumente bezogen sich allem Anschein nach auf BingBings Film “Cell Phone”, der 2003 erschien. Einer der Verträge zeigte eine Zahlung von 1.37 Millionen Euro an die Schauspielerin, der zweite belief sich auf 6.69 Millionen. 

Die Dokumente könnten der Auslöser für Steuerermittlungen gegen BingBing gewesen sein, die sie nun in die Versenkung gezwungen haben.