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12/06/2018 08:12 CEST | Aktualisiert 12/06/2018 10:04 CEST

Bierhoff spricht offen zu Özils Schweigen – und entschuldigt sich

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► DFB-Teammanager Oliver Bierhoff hat das kontinuierliche Schweigen von Nationalspieler Mesut Özil zum Treffen mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan erneut verteidigt

► “Mesut war noch nie ein Freund vieler Worte, ist eher verschlossen”, sagte Bierhoff in einem Interview mit der “Bild”-Zeitung. Der Nationalmannschaftsmanager gehe fest davon aus, dass Özil auch während der Fußball-WM weiter schweigen wird. 

► Zugleich betonte Bierhoff: “Für uns zählt vor allem die Intention: Sie war nicht bösartig, nicht politisch getrieben, sondern naiv, gedankenlos.” Das sollten die Fans verstehen, sagte Bierhoff auch mit Blick auf die Pfiffe gegen Özil und seinen Nationalmannschaftskollegen Ilkay Gündogan.

Darum ist Bierhoffs erneutest Statement wichtig:

Das Treffen der deutschen Nationalspieler mit Erdogan Mitte Mai sorgt noch immer für Diskussionen. Aus Sicht vieler habe sich vor allem Özil bisher nicht eindeutig öffentlich positioniert und sich von Erdogan distanziert.

Zahlreiche Fans pfiffen die Fußballer deshalb bei den letzten Testspielen vor Beginn der Weltmeisterschaft in Russland aus – was wiederum den DFB verärgerte. 

Warum sich Bierhoff zugleich bei der ARD entschuldigt:

Vor dem letzten Testspiel gegen Saudi-Arabien am vergangenen Freitag war Bierhoff in einem ARD-Interview pampig geworden und hatte den öffentlich-rechtlichen Sender ermahnt, nicht weiter in der Causa Özil nachzuhaken.

Nun hat sich der Teammanager entschuldigt. “Das war anders gemeint und ist falsch rübergekommen.” Er wolle keine Maulkörbe verteilen und “auf Befehl” ein Thema beenden.

Bierhoff stellte klar: “Es ist ganz klar, dass die Diskussion über Integration nicht beendet sein kann – auch nicht über das Foto.” Das sei auch dem DFB bewusst.