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22/08/2018 12:09 CEST

Bienen töten kann richtig teuer werden

Die Insekten dürfen nicht einmal gefangen werden.

Nazar Prosovych via Getty Images
Viele Bienenarten gelten als extrem bedroht und müssen geschützt werden.
  • Bienen stehen unter Schutz; wer sie tötet, muss mit Bußgeldern rechnen.
  • Die genaue Höhe des Bußgelds variiert je nach Bundesland und Einzelfall.

Bienen sind für den Menschen überlebenswichtig, dennoch sind sie in Gefahr. Forscher und Umweltschützer in Deutschland warnen vor einem dramatischen Bienensterben.

Der Klimawandel und besonders der hohe Pestizideinsatz bedrohen die kleinen, nützlichen Insekten. Bundesagrarministerin Julia Klöckner sagte der HuffPost am Wochenende, ohne Bienen gäbe es keine Landwirtschaft und keine Grundlage für unsere Ernährung. 

Bienensterben: Besonders Wildbienen sind bedroht

Doch dieses Schreckensszenario scheint real. Forscher der Radboud-Universität in Nimwegen bestätigen, dass die Biomasse an Bienen innerhalb der letzten 30 Jahre um 76 Prozent zurückgegangen ist. Besonders die Wildbienen leiden. Unter ihnen sind etwa die Hälfte der heimischen Arten bereits ausgestorben oder gefährdet. 

Mehr zum Thema: Umweltschützer warnen vor Bienensterben: Forscher erklären, wie es wirklich ist

Das Bienensterben ist vor allem auf den vermehrten Gebrauch von Insektenschutzmitteln in der Landwirtschaft zurückzuführen, dennoch gibt es viele Menschen, die über den Nutzen der Tiere nicht Bescheid wissen und Insekten generell bedenkenlos töten.

Um die ohnehin gefährdeten Bienen vor Übergriffen durch den Menschen zu bewahren, sind sie geschützt. Wer sich nicht daran hält, dem drohen hohe Bußgelder – nicht nur für das Töten und Verletzen, sondern allein schon für das Fangen der Tiere.

Bußgelder variieren je nach Bundesland

Am strengsten fällt die Strafe laut Bußgeldkatalog 2018 in Brandenburg aus, wo bis zu 65.000 Euro fällig sind.

Auch die Bundesländer Bayern, Baden-Württemberg, Berlin, Bremen, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen greifen hart durch:

Wer sich dort an einer Biene vergreift, muss mit bis zu 50.000 Euro Bußgeld rechnen.

In Mecklenburg-Vorpommern sind es bis zu 20.000, im Saarland bis zu 10.000 Euro. Am niedrigsten fällt die mögliche Strafe noch in Rheinland-Pfalz aus. Dort sind dennoch bis zu 5000 Euro zu zahlen. 

Die Bußgelder gelten auch für das Beschädigen oder Zerstören von Fortpflanzungs- und Ruhestätten. 

In Deutschland gibt es 560 Bienenarten. Nicht für jede fällt das Bußgeld gleich hoch aus. Wie viel bezahlt werden muss, hängt auch davon ab, wie selten und bedroht die Art des verletzten oder getöteten Tiers ist.