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11/06/2018 08:41 CEST | Aktualisiert 11/06/2018 15:46 CEST

Attacke im McDonalds: Polizist schlug Asylbewerber – ihm drohen 14 Monate Haft

Die Begründung des Haupttäters ist eine Frechheit.

MichaelJay via Getty Images
Der Mann hatte einfach nur einen Tee getrunken, doch die Polizisten fühlten sich von ihm gestört – und drangsalierten ihn. 
  • Im September 2016 beleidigt und verprügelt eine Gruppe Polizisten aus Baden-Württemberg in Augsburg einen Asylbewerber. 
  • Nun wurden zwei der Beamten zu heftigen Strafen verurteilt. 

Es ist eine widerliche Szene, die sich im September 2016 in einem McDonalds-Restaurant in Augsburg abspielt:

Ein junger Asylbewerber aus dem Senegal sitzt spät abends in einem McDonalds, er trinkt einen Tee. Eine Gruppe Frauen und Männer setzt sich zu ihm an seinen Tisch – ungefragt. Sie stören sich an dem 25-Jährigen, er soll Platz machen. Als der Mann namens Ibrahim nicht auf die betrunkene Gruppe hört, drückt ihm ein Mann einen angebissenen Burger ins Gesicht: “Black man, go home!” Vor dem Lokal attackieren die Rassisten Ibrahim noch einmal, einer schlägt ihm mit der Faust ins Gesicht. 

Die Angreifer sind keine Mitglieder der rechtsradikalen Szene oder einfache Bürger. Sie sind Polizisten aus Baden-Württemberg, die sich in Augsburg für einen Ausflug trafen.

Und einem von ihnen droht laut einem Bericht der “Augsburger Allgemeinen” nun eine Haftstrafe. 

14 Monate ohne Bewährung für Oberkommissar

► Laut der Zeitung wurde der Haupttäter, ein 43-jähriger Polizeioberkommissar, wegen Beleidigung und Körperverletzung zu 14 Monaten Haft ohne Bewährung verurteilt. 

► Ein weiterer Beamter muss wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung und Beleidigung eine Geldstrafe von 14.400 Euro zahlen. 

► Der Polizeioberkommissar würde bei einem rechtskräftigen Schuldspruch sein Beamtenverhältnis verlieren. Zudem laufen laut der “Augsburger Allgemeinen” gegen beide Polizisten Disziplinarverfahren

Polizist vor Gericht: “Wollten endlich Ruhe haben” 

Vor Gericht redete sich der nun verurteilte Kommissar laut der Zeitung heraus. “Es floss viel Alkohol, es herrschte ausgelassene Stimmung”, soll er gesagt haben. “Es war ein Aussetzer, ich schäme mich für die Aktion.” 

Wie der Richter anführte, hatte der Oberkommissar den jungen Senegalesen  vor dem McDonalds jedoch ebenfalls geschlagen. Der Polizist stritt das ab.

Den vor ihm flüchtenden Asylbewerber habe er auch nur verfolgt, weil er “endlich Ruhe haben” wolle

Die hat er bald womöglich im Gefängnis.