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23/02/2018 09:34 CET | Aktualisiert 23/02/2018 11:26 CET

Berlinale: Zuschauer verlassen Kinosaal wegen zu intimer Sexszenen

Die Regisseurin reisst mit ihrem Film Schamgrenzen regelrecht nieder.

Maurizio Gambarini
"Touch Me Not" Schauspielerin Hanna Hofmann, Schauspieler Seani Love, Schauspieler Dirk Lange, Regisseurin Adina Pintilie, Schauspieler Christian Bayerlein, Schauspielerin Laura Benson, Schauspielerin Grit Uhlemann, Schauspieler Tomas Lemarquis und Schauspielerin Irmena Chichikova (v.l.r.)
  • Eine rumänische Künstlerin hat mit ihrem Film auf der Berlinale viele Zuschauer geschockt
  • Sie hat Menschen bei verschiedenen sexuellen Akten gefilmt, da sie dadurch herausfinden wollte, was Intimität bedeutet 

Mit Nacktheit und Sex hat der Experimentalfilm “Touch Me Not” bei der Berlinale viele Medienvertreter verschreckt.

Die rumänische Künstlerin und Regisseurin Adina Pintilie beobachtet in dem Wettbewerbsbeitrag verschiedene Menschen bei deren sexuellen Praktiken unterschiedlichster Art.

Viele Zuschauer verließen die erste, ausschließlich der Presse vorbehaltene Aufführung vorzeitig.

► Diejenigen, die blieben, würdigten den Film aber mit starkem Beifall.

Pintilie wollte herausfinden, was Intimität ist

Die Mischung aus Spiel- und Dokumentarszenen mutet wie eine psychotherapeutische Laboranordnung an. Da werden Schamgrenzen nicht behutsam abgebaut, sondern regelrecht niedergerissen.

► Pintilies Debüt-Film ist eine Koproduktion von Rumänien, Deutschland, Tschechien, Bulgarien und Frankreich.

Die Regisseurin, die in ihrer Heimat auch als Kuratorin des Bukarester Festivals für Experimentalfilme bekannt ist, sagte: “Ich wollte herausfinden, was Intimität ist. Es ist eine Forschungsarbeit. Es war insgesamt ein langer Prozess. Letztlich war es eine siebenjährige Liebesgeschichte für uns alle.”

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Maurizio Gambarini
Regisseurin Pintilie sagt, dass der Film eine siebenjährige Liebesgeschichte für alle Beteiligten war. 

Alle hätten ihre Seelen für den Film geöffnet

Die Rumänin ergänzte: “Bei Fiktion hat man ein Sicherheitsnetz. Das hatten wir nicht. Wir haben authentisch gearbeitet, haben zwischenmenschliche Beziehungen aufgebaut. Alle Mitwirkenden haben wirklich ihre Seelen geöffnet.

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Hauptdarstellerin Laura Benson sagte: ”Üblicherweise arbeite ich für die Regie. Hier habe ich zum ersten Mal mit einer Regisseurin gearbeitet. Eine wunderbare Erfahrung.”

► Jury-Präsident Tom Tykwer hatte kurz vor Beginn der 68. Berlinale in einem Interview erklärt, er vermisse “wilde und sperrige Filme”.

(amr)