ELTERN
16/02/2018 11:04 CET | Aktualisiert 16/02/2018 15:02 CET

Berlin verteilt Aufklärungs-Broschüre für Kitas – sie ist einmalig

In dem Dokument geht es darum, Kinder für “sexuelle Spielarten” zu sensibilisieren.

Queerformat
Die Broschüre für Erzieher umfasst 140 Seiten.
  • Der Berliner Senat hat eine Broschüre über sexuelle Identitäten für Kita-Kinder herausgegeben
  • Die CDU und viele Eltern wollen die Ausgabe der Broschüre stoppen

“Murat spielt Prinzessin, Alex hat zwei Mütter, Sophie heißt jetzt Ben” – das ist der Titel einer Broschüre, die der Berliner Senat gemeinsam mit der  Bildungsinitiative “Queerformat” im Januar veröffentlicht hat. 

In dem 140 Seiten umfassenden Dokument geht es darum, Kinder für “sexuelle Spielarten” zu sensibilisieren. Gedacht ist die Broschüre für Fachkräfte, Teams und Einrichtungen, die mit jungen Kindern arbeiten, Kinder, die zwischen einem und sechs Jahre alt sind und eine Kita oder einen Kindergarten besuchen.

“Kinder sollen Kind sein dürfen”

Die Broschüre sei einmalig im deutschsprachigen Raum, heißt es auf der Website von Queerformat. 

Und das könnte sie auch bleiben. Zumindest, wenn es nach der Berliner CDU geht. Denn die will die “Nutzung der Broschüre” stoppen, wie die “B.Z.” berichtet. 

“Fragen der sexuellen und geschlechtlichen Vielfalt gehören nicht in die Berliner Kindertagesstätten“, schreibt CDU-Fraktionschef Florian Graf in dem Antrag. “Die dort betreuten Kleinstkinder sollen Kind sein dürfen, ohne in jüngsten Jahren mit Fragestellungen zur sexuellen Identität konfrontiert zu werden.“ 

Schon fast 25.000 Unterstützer 

In der Broschüre ist unter anderem die Rede von Kindern, die sich ein anderes Geschlecht wünschen. So wird ein neunjähriger Junge zitiert: “Als ich vier Jahre alt war, wollte ich mir den Penis abschneiden und habe ihn immer versteckt. Ich bin schon immer ein Mädchen, da ist nur der Penis falsch. Den will ich nicht haben.” 

Außerdem sind Geschichten von Kindern zu lesen, die sich überhaupt keinem Geschlecht zuordnen wollen. Zudem wird die Regenbogenfamilie diskutiert. Es sei für das Glück von Kindern nicht nötig, dass sie von Vater und Mutter erzogen werden, heißt es dort. 

Viele Eltern sind – ähnlich wie die CDU – nicht besonders begeistert von der Broschüre. Es gibt bereits eine Petition, die den Berliner Senat auffordert, die Broschüre nicht mehr auszugeben. Innerhalb von drei Tagen hat sie schon fast 25.000 Unterstützer (Stand: Freitag, 11 Uhr)  gefunden. 

UPDATE, 15 Uhr: Die Überschrift dieses Artikels war zuerst irreführend. Das haben wir korrigiert.

(tb)