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06/01/2018 10:55 CET | Aktualisiert 06/01/2018 13:14 CET

Berlin: Schwarzfahrer droht Kontrolleur, ihm den Kopf abzuschneiden

Bedroht, beleidigt und geschlagen: Berliner Fahrkartenkontrolleure mussten ganz schön viel einstecken.

Daniel Reinhardt/dpa
Berliner Fahrkartenkontrolleure wurden vergangene Woche von zwei Schwarzfahrern massiv angegriffen.
  • Berliner Fahrkartenkontrolleure wurden von zwei Schwarzfahrern massiv angegriffen
  • Ein 27-Jähriger zog sogar ein Messer und drohte einem Kontrolleur, “den Kopf abzuschneiden”

Bedroht, beleidigt und geschlagen: Berliner Fahrkartenkontrolleure mussten vergangenen Mittwoch wohl ganz schön viel einstecken. Wie die Polizei berichtet, wurden sie zweimal durch mutmaßliche Schwarzfahrer massiv angegriffen.

Der erste Vorfall habe sich laut Polizei kurz vor neun Uhr bei einer Fahrkartenkontrolle im Regionalexpress der Linie 7 ereignet. Ein 28-Jähriger wollte sich nicht ausweisen, nachdem er offenbar keinen gültigen Fahrausweis vorweisen konnte.

Ein Kontrolleur bekam einen Faustschlag ins Gesicht

Der Kontrolleur habe den jungen Mann daraufhin bei Eintreffen des Zuges am Berliner Ostbahnhof festgehalten, als dieser flüchten wollte. Im Zuge der Auseinandersetzung habe der Kontrolleur einen Faustschlag ins Gesicht bekommen und Schwellungen erlitten.

Die Beamten leiteten gegen den Tatverdächtigen Ermittlungsverfahren wegen Körperverletzung und Erschleichens von Leistungen ein und entließen ihn nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen.

Der mutmaßliche Schwarzfahrer zog ein Küchenmesser

Gegen 20:40 Uhr kam es dann in einer S-Bahn zum zweiten Übergriff: Sicherheitsmitarbeiter wollten einen 27-Jährigen kontrollieren, der mutmaßlich ohne gültigen Fahrausweis unterwegs war. Da sich dieser offenbar sehr aggressiv verhielt, riefen die Mitarbeiter die Polizei hinzu.

Beim Eintreffen der Streife habe laut Polizei zwischen allen Beteiligten bereits eine sehr aufgeheizte Stimmung geherrscht. Der 27-jährige Cottbuser habe die Kontrolleure fortlaufend beleidigt. Dann habe er ein Küchenmesser gezogen, mit dem er in Richtung eines Kontrolleurs gedeutet und gedroht habe, ihm “den Kopf abzuschneiden”.

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Die Beamten konnten die aufgeheizte Situation beruhigen und dem Tatverdächtigen das Messer abnehmen. 

Die Polizei hat nun gegen den bereits wegen verschiedener Delikte polizeibekannten 27-Jährigen ein Ermittlungsverfahren wegen Bedrohung, Beleidigung und Erschleichens von Leistungen eingeleitet.

Ein aufgrund des auffälligen Verhaltens des Mannes hinzugezogener Arzt stellte bei diesem eine psychische Labilität fest und wies ihn zum eigenen Schutz in ein Berliner Krankenhaus ein.

(ll)