POLITIK
13/03/2018 15:50 CET | Aktualisiert 13/03/2018 16:09 CET

Berlin: 14-Jährige erstochen – Pegida-Gründer Bachmann verdächtigt unbeteiligten Ausländer

Die Polizei ermittelt.

Screenshot Twitter
Lutz Bachmann stellte einen Unschuldigen als Mörder dar.
  • Keira aus Berlin ist am Mittwochabend getötet worden
  • Pegida-Gründer Lutz Bachmann wollte nicht glauben, dass der Tatverdächtige ein Deutscher war – und stellte einen unbeteiligten Jugendlichen an den Pranger

Keira aus Berlin ist nur 14 Jahre alt geworden. Ihre Mutter hatte das Mädchen am Mittwochabend mit schweren Verletzungen in der Wohnung gefunden – die Rettungskräfte konnten nichts mehr für Keira tun. 

Mehrere Lokalmedien berichteten, dass die Eisschnellläuferin erstochen wurde. Unklar war einige Tage, wer der Täter war. Dann gestand ein 15-jähriger Jugendlicher den Mord an Keira. 

Im Vorfeld gab es viele Spekulationen über die Umstände ihres Todes und den Täter.

Lutz Bachmann, Gründer der islamfeindlichen Organisation Pegida, verdächtigte einen Ausländer. 

Als Berliner Medien berichteten, dass Keiras Mörder Edgar H. heißt und Deutscher ist, teilte Bachmann Bilder eines unbeteiligten Jungen mit demselben Namen.

Die Bilder zeigen einen dunkelhäutigen Jugendlichen. Dazu schrieb Bachmann: “Nun ist es wohl raus: Die Bestie vom Kaukasus, Edgar H., tschetschenischer Moslem und Ex-Flüchtling.”

Zu guter Letzt setzte der Pegida-Gründer einen Link zu einem Facebook-Profil.

Der Besitzer der Seite meldete sich prompt und schrieb: “Ich heiße Edgar B. und habe nichts damit zu tun! Der Täter wurde gefasst!”

All das, was Bachmann verbreitete, war also falsch. Das berichtete zuerst die Nachrichtenseite “T Online”.

Mehr zum Thema: 15-Jähriger erstach 14-Jährige – Polizisten finden verdächtigen Brief

Jetzt ermittelt das LKA

Bachmann löschte seinen Eintrag dann wieder – jetzt überprüft das Landeskriminalamt den Tweet. “Wir haben den Tweet an das LKA weitergeleitet”, erklärte ein Sprecher der Berliner Polizei “T Online”.

Lutz Bachmann scheint sich allerdings sicher zu sein, dass ihm die Behörden nichts nachweisen können.

Er twitterte am Montagnachmittag, dass er seinen Tweet ja nur deswegen als Frage formuliert hätte: