POLITIK
27/08/2018 07:32 CEST

Bericht: Trump verhinderte Würdigung des toten US-Senators McCain

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The Washington Post via Getty Images
US-Präsident Donald Trump. 

US-Präsident Donald Trump hat laut einem Bericht der “Washington Post” verhindert, dass der verstorbene US-Senator John McCain als “Held” in einer Mitteilung des Weißen Hauses gewürdigt wird. 

► Der Präsident habe hochrangigen Beratern gesagt, er ziehe es stattdessen vor, einen kurzen Tweet zum Tod seines scharfen Kritikers zu publizieren, berichtete die US-Tageszeitung am Sonntag. 

Trump sprach am Sonntag der Familie des Senators in einem knappen Tweet sein Mitgefühl aus

► McCain starb im Alter von 81 Jahren auf seiner Ranch in Arizona. Er litt an einem Gehirntumor.

Was hinter Trumps Ablehnung der Würdigung steckt: 

Senator John McCain zählte zu einem der schärfsten parteiinternen Kritikern von Donald Trump. Auch Trump griff McCain immer wieder scharf an.

2015 erklärte der jetzige US-Präsident, der im Vietnam-Krieg gefangen genommene McCain sei kein Kriegsheld. “Ich mag Leute, die sich nicht gefangen nehmen lassen”, sagte Trump, der selbst den Kriegsdienst vermieden hatte. 

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Fotos und Blumen für den verstorbenen US-Senator. 

McCain legte bereits vor geraumer Zeit fest, dass Trump nicht zu seiner Beerdigung kommen sollte.

Mehr zum Thema:Tod von US-Senator McCain: Ein Video zeigt, warum er größer war, als es Trump je sein wird

Was das Weiße Haus für McCain geplant hatte: 

Laut der “Washington Post” hätten unter anderem Trumps Sprecherin Sarah Sanders und sein Stabschef John Kelly für eine offizielle Würdigung plädiert und McCain einen “Helden” genannt.

Sanders habe am Wochenende sogar eine Endfassung einer Mitteilung für Trump fertig gestellt – die dann aber nicht veröffentlicht worden sei. 

Mark Corallo, ehemaliger Sprecher von Trumps Anwaltsteam, sagte laut der Zeitung über Trumps Reaktion: “Es ist grässlich.” Zu einem solchen Zeitpunkt würde man von einem US-Präsidenten mehr erwarten.

(jg)