POLITIK
10/02/2019 08:40 CET

Bericht: Russland hat mehr Marschflugkörper als bisher bekannt

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dpa
Der neue russische Marschflugkörper vom Typ 9M729 ist zur Präsentation in einer Halle in Russland aufgestellt.

► Russland soll mehr Marschflugkörper des Mittelstreckensystems SSC-8 haben als bisher bekannt. Das berichtet die “Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung” (FAS) unter Berufung auf einen ungenannten westlichen Geheimdienstbeamten.

► Aus Sicht der Nato verstößt das Waffensystem gegen den INF-Abrüstungsvertrag, den die USA aus diesem Grund gekündigt haben. Russland, das einen Verstoß gegen die Bestimmungen des INF-Vertrages bestreitet, setzte das Abkommen daraufhin ebenfalls aus.

► Dem Zeitungsbericht zufolge gibt es neben einem Ausbildungsbataillon auf dem südrussischen Testgelände Kapustin Jar und einem Bataillon in Kamyschlow östlich von Jekaterinburg noch zwei weitere Stationierungsorte: das nordossetische Mosdok sowie Schuja nahe Moskau.

► Über Schuja haben die Vereinigten Staaten ihre Nato-Partner gemäß dem Bericht erstmals in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres informiert.

Mehr zum Thema: Russland und USA begraben INF-Abrüstungsvertrag: Diese 3 Dinge musst du nun wissen

Warum der Russland-Bericht so brisant ist: 

Das 1987 geschlossene INF-Abkommen zwischen den USA und der damaligen Sowjetunion untersagt den Bau und Besitz landgestützter, atomar bewaffneter Raketen oder Marschflugkörper mit einer Reichweite von 500 bis 5500 Kilometern. 

Russland behauptet, sein Waffensystem komme nur 480 Kilometer weit. Gemäß der derzeitigen Aufstellung liegen das östliche und nördliche Europa in Reichweite des Systems, ebenso wie Mitteleuropa bis einschließlich Deutschlands. Im Krisenfall könne das System jedoch rasch gen Westen verlegt werden und ganz Europa mit Ausnahme Portugals bedrohen, berichtet die “FAS”.