WIRTSCHAFT
09/03/2019 14:10 CET

Bericht offenbart: Hartz IV schadet der Gesundheit

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Warten, essen, krank werden: Hartz-IV-Empfänger sind häufiger krank als Erwerbstätige. 

► Erwachsene und Kinder, die von Hartz IV leben, haben mit größeren gesundheitlichen Problemen zu kämpfen als angestellte Arbeitnehmer. Zu diesem Ergebnis kommt der noch unveröffentlichte Gesundheitsreport der AOK Rheinland/Hamburg, der der “Rheinischen Post” vorliegt

► Demnach leiden etwa bei den Arbeitnehmern nur 5,5, Prozent an Diabetes vom Typ2, bei den Bezieher des Arbeitslosengelds II sind es dagegen 9,1 Prozent. Ähnlich groß ist demnach der Abstand bei Verengungen der Herzkranzgefäße.

Hintergründe zu den Resultaten der Studie zu Hartz IV:

Das Resultat der Studie ist keine Neuigkeit: Bereits 2010 kam eine viel beachtete Studie des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) zu dem Ergebnis, dass vor allem langanhaltende Arbeitslosigkeit die Betroffenen gesundheitlich schwer treffen kann. 

Ausgrenzung, soziales Stigma, düstere Zukunftsperspektiven: Die psychischen Belastungen können zu gesundheitlichen Problemen führen. 

Hinzu kommt, dass Erwerbslose oft nicht auf Präventivmaßnahmen von Krankenkassen zugreifen können. 

Der aktuelle Gesundheitsreport der AOK offenbart laut der “Rheinischen Post” auch, wie groß die gesundheitlichen Unterschiede zwischen sozialen Schichten sind. 

So haben danach die Kinder von Arbeitnehmern zu 78 Prozent mit sechs Jahren ein Gebiss ohne Füllungen. Bei den Kindern von Hartz-IV-Empfängern seien es nur knapp 68 Prozent.

Mehr zum Thema Hartz IVEssen, schlafen, sterben – so sieht der Alltag eines Hartz-IV-Empfängers aus

Was ihr noch wissen müsst: 

Aus dem AOK-Report geht dem Blatt zufolge auch ein Stadt-Land-Gefälle beim Gesundheitszustand der Bürger hervor. In den kreisfreien Städten kämen Herz- und Zuckerkrankheit, Fettleibigkeit bei Kindern und Hepatitis C deutlich häufiger vor als auf dem Land.

Mit Material der dpa.