POLITIK
31/08/2018 19:01 CEST | Aktualisiert 01/09/2018 07:16 CEST

Bericht: Irakischer Tatverdächtiger von Chemnitz tauchte in Holland unter

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ODD ANDERSEN via Getty Images
Die Trauerstätte für Daniel H. in Chemnitz. 

► Der mutmaßliche Täter von Chemnitz im Fall Daniel H. ist vor der Bluttat wochenlang in den Niederlanden untergetaucht. Das berichtet die “Bild am Sonntag”-Zeitung.

► Nach Informationen der “BamS” forderte das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) die zuständige Zentrale Ausländerbehörde in Chemnitz im Mai 2016 schriftlich auf, die Abschiebung von Yousif A. bis zum 13. November 2016 in die Wege zu leiten. 

► Auf das Schreiben reagierte die Ausländerbehörde offenbar nicht und trug nach “BamS”-Informationen Anfang Oktober in das Ausländerzentralregister ein, dass Yousif A. untergetaucht sei. Später stellte sich heraus, dass A. in die Niederlande geflüchtet war und dort ebenfalls einen Asylantrag gestellt hatte.

Wie es danach für den Iraker weiterging: 

Die “BamS” berichtet weiter, dass Yousif A. im Dezember 2017 nach seinem Untertauchen in den Niederlanden nach Deutschland zurückkehrte.

Erneut habe das “Bamf” Anfang März 2017 seinen Asyl-Antrag abgelehnt, doch dieses Mal habe ein Gericht im August 2018 den Bescheid aufgehoben. Das deckt sich mit den Informationen aus dem sächsischen Innenministerium.

Bei zwei weiteren Anhörungen im November 2017 und August dieses Jahres sei herausgekommen, dass die Ausweispapiere von Yousif A. gefälscht waren. Das berichtete auch schon der “Spiegel”. 

Der Asylbescheid von Yousif A. wurde am 29. August zum dritten Mal abgelehnt – also Tage nach der Bluttat in Chemnitz. 

Was das sächsische Innenministerium sagt: 

Aus dem sächsischen Innenministerium hieß es am Donnerstag lediglich: Yousif A. sei in Deutschland nicht geduldelt.  

Nach den Unterlagen der Landesdirektion Sachsen sei noch ein Asylverfahren des Mannes beim Bundesamt für Migration (Bamf) anhängig. Der Iraker habe seit Oktober 2015 in Sachsen gelebt. Den ersten Antrag habe das Bamf im März 2017 als unzulässig abgelehnt. Ein Widerspruch gegen die Ablehnung sei aber erfolgreich gewesen, weshalb es ein neues Verfahren gab.

Mit Material der dpa.