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14/07/2018 17:24 CEST | Aktualisiert 15/07/2018 10:33 CEST

Berchtesgaden: Bayerische Gemeinde verlost Gräber, weil es an Platz fehlt

Fast 280 Interessenten haben sich angekündigt.

  • Im bayrischen Berchesgarden müssen nächsten Mittwoch Gräber verlost werden. 
  • Der Grund: Jahrzehntelanger Platzmangel. 
  • Im Video oben: Lösung für den Platzmangel? In der Schweiz gibt es eine besonders außergewöhnliche Alternative zum Begraben von Verstorbenen. 

Die Marktgemeinde Berchtesgarden in Oberbayern hat schon seit längerer Zeit Probleme mit zu wenigen Grabstätten. Jahrzehntelang waren auf dem 1685 eröffneten alten Friedhof keine Gräber mehr vergeben worden.

Aufgrund von Platzmangel mussten immer wieder Ansuchen abgelehnt werden.

Nun haben es Verantwortliche aber geschafft, über 200 Grabstellen bereitzustellen. Die 140 Gräber und die 60 Urnenstellplätze werden nun der Fairness halber verlost.

Die “Grab-Lotterie” wird nächsten Mittwoch im Kongresszentrum stattfinden und alle 280.000 Bewohner des Ortes können daran teilnehmen. 280 Menschen haben sich bereits Samstagmorgen angemeldet.

Lieblingsgrab im Internet aussuchen 

“Wir wollten den Prozess so fair wie möglich gestalten”, sagte Geschäftsleiter des Marktes Berchtesgaden Anton Kurz.

Wie der Bayerische Rundfunk berichtet, konnten Interessenten sich auf einem Plan im Internet oder direkt auf dem Friedhof die freien Gräber ansehen. Vergeben werden die Plätze dann in der Reihenfolge der Losziehung: Die ersten Gewinner dürfen auch als erste auswählen.

Die Preise für ein Grab auf dem Friedhof in Berchtesgarden liegen zwischen 490 und 760 Euro. Die Problematik ist in Deutschland eher selten: Für gewöhnlich bleiben Gräber eher frei und die Nachfrage übersteigt fast nie das Angebot.

(jkl)