POLITIK
19/01/2018 12:07 CET | Aktualisiert 19/01/2018 19:52 CET

"Lanz": SPD-Mann Lauterbach erklärt, warum Politiker gute Lügner sein müssen

Lauterbach war das Thema sichtlich unangenehm.

Screenshot / ZDF
SPD-Politiker Karl Lauterbach in der Talkshow von Markus Lanz
  • Thema bei Markus Lanz waren eigentlich die aktuellen Diskussionen um die GroKo
  • Nebenbei konnte Lanz dem SPD-Politiker Karl Lauterbach allerdings auch ein paar überraschende Geständnisse entlocken

Noch ist die Neuauflage der GroKo in weiter Ferne.

Im ZDF-Talk mit Markus Lanz zeigte sich der Vize-Chef der SPD-Bundestagsfraktion Karl Lauterbach zwar optimistisch, dass der Parteitag den Koalitionsgesprächen zustimmt.

Er betonte in der Sendung aber auch: Er befürworte die GroKo nicht, nur um dann Minister zu werden.

Dann folgte ein Schlagabtausch zwischen Lanz, Lauterbach und dem ebenfalls anwesenden “Welt”-Journalisten Robin Alexander. Im Mittelpunkt die Frage: Wie und wann lügen Politiker?

“Sie können so schlecht lügen”

► Lanz hakt mehrmals bei Lauterbach nach: “Wollen Sie Minister werden?” Der Politiker kommt ins Stottern, weicht aus und erklärt schließlich, dass man das Amt, in seinem Fall des Gesundheitsministers, nicht überschätzen sollte.

Der 54-Jährige gibt schließlich schmunzelnd zu: “Zur Not würde ich es machen – wenn sich sonst niemand findet.”

“Das ist das, was ich an Ihnen so sehr mag, Herr Lauterbach”, schmeichelte Lanz. Der ZDF-Moderator freute sich, nachdem er dem SPD-Politiker die halbe Zusage entlockt hatte: “Sie können so schlecht lügen.”

Lauterbach darauf: “Das stimmt nicht, sonst wäre ich nicht in der Politik.”

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Mehr “politisches Geschick” als Lüge

Lanz blieb jetzt wenig anderes übrig als nachfragen: “Wann haben Sie zuletzt bewusst in der Politik gelogen?”

Lauterbach fühlt sich ertappt. Er sucht nach den richtigen Worten, überlegt lange, um dann jedoch abzublocken. Das würde nicht in die Sendung gehören.

Wohlgemerkt: Lauterbach sollte nicht über einen schmutzigen Quickie in der Besenkammer des Bundestags berichten.  

Der SPD-Mann erklärte schließlich doch, wie und wann ES passiert. Also das Lügen und nicht der Sex. 

► Dinge, bei denen man wüsste, dass sie kritisch sind, würden nicht angesprochen, erklärt Lauterbach. Und denjenigen, den es betreffe, spreche man ebenfalls nicht darauf an. 

► Das alles sei aber mehr “politisches Geschick” als eine Lüge. Das mache keinen Spaß, dass sei Handwerk. 

Ist Weglassen eine Lüge?

Lanz gibt sich nicht zufrieden. 

“Ist es eine Lüge, wenn man absichtlich etwas weglässt?”

Lauterbach erzählt von seiner Fahrt ins Studio. Im Auto saß auch “Welt”-Journalist Alexander. Der Politiker habe nach einigen Fragen gemerkt, wenn jetzt noch die eine, spezielle Frage käme, dann würde er in Bedrängnis geraten.

Leider verraten weder Lauterbach noch Alexander nach mehrmaligen Drängen nicht, um welche Frage es sich handelte.

Der Reporter betont aber: “Lügen darf man nicht, schon gar nicht gegenüber Journalisten.”

Klar sei dennoch: Wenn Herr Lauterbach die Menschen von der GroKo überzeugen will, “dann stellt er nicht am Anfang seiner Rede die Schwächen des Koalitionsvertrages”.

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